Trauriger Trost: Silvano ist nicht allein

Publiziert: 10.12.2001 um 00:00 Uhr
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Aktualisiert: 06.09.2018 um 20:12 Uhr

Wenk: «Experte für mein eigenes Leiden»
ZÜRICH – Er war ein Modellathlet und ein Weltklasse-Duathlet, die Nummer 4 der Welt. Ein Unfall beendete vor einem Jahr abrupt die Karriere von Christian Wenk (27).

Es ist der 19. September 2000. Christian Wenk bereitet sich in Komatsu (Japan) auf den Powerman-Duathlon vor. In einer leichten Abfahrt fährt Wenk mit seinem Rennrad in eine Kurve. Die Gegend ist gebirgig, der Kurvenausgang nicht einsehbar. Aber Wenk kennt die Strecke, weiss, dass keine Kreuzung, kein Hindernis hinter der Kurve ist.

Dafür steht da ein Auto. Mitten auf der Fahrbahn parkiert! Der Zürcher hat keine Chance, prallt voll auf den Wagen. Er zieht sich schwere Rücken- und Lungenverletzungen zu, ist vom zweiten Brustwirbel abwärts gelähmt.

Im Sommer 2002 schliesst er sein Medizinstudium ab. Thema der Dissertation: Die Regeneration von Rückenmark. «Ich bin Experte für mein eigenes Leiden», sagt Wenk heute. Im Winter tritt er eine Stelle als Anästhesist am Uni-Spital Zürich an: «Später sehe ich meine Zukunft als Arzt im Paraplegiker-Zentrum.»
SANDRO COMPAGNO


Sitzt Clay wegen 80 Gramm im Rollstuhl?
ZÜRICH – Der 30. März 1980 war ein schöner Tag. Nur nicht für den fünffachen Schweizer Formel-1-Sieger Clay Regazzoni.


Am Ende der langen Pazifik-Geraden von Long Beach (USA), im Kampf um Platz 4 gegen Emerson Fittipaldi (Br, Fittipaldi–Ford), verlor Regazzoni (heute 62) die Kontrolle über seinen Ensign. Und knallte mit über 300 km/h im zu kurzen Notausgang in eine Mauer.

«Ich trat ins Leere», sagte Clay später. Um 80 Gramm Gewicht zu sparen, hatte sein Teamchef Mo Nunn mit Bremsen aus Titan anstelle von Stahl experimentiert…

Regazzoni wurde ins Spital von Long Beach überführt. Diagnose: Rückenmark-Verletzung. Drei Wochen später wurde Clay (der mit Kniestützen sogar laufen konnte) in die Schweiz geflogen. «Das bereue ich heute noch», sagt er. «Ich hätte in den USA bleiben sollen.»

Heute lebt der Tessiner in Menton (Fr) in der Nähe von Monte Carlo. Er organisiert seit Jahren Rennfahrschulen für Behinderte und fährt mit speziell ausgerüsteten Autos selber Rennen – zuletzt einen Teil einer 22 000-km-Rallye in Südamerika.
ROGER BENOIT


12 Minuten vor dem Ende erwischte es Pat
DAVOS – 48 Minuten waren im NLA-Spiel Davos – Lugano gespielt, als Lugano-Verteidiger Pat Schafhauser in die Bande knallte. Ein Sturz mit fatalen Folgen.

Die Partie im Davoser Eis-Chalet am 5. Dezember 1995 war längst entschieden. Die Bündner führten mit 5:2. An der Bande kämpften Oliver Roth und Pat Schafhauser um den Puck. Der Lugano-Verteidiger stolperte im Laufduell, prallte Kopf voran in die Bande und blieb reglos liegen.

Einen Tag später erfuhr der damals 24-jährige Kanada-Schweizer die niederschmetternde Diagnose: Halswirbelbruch und Verschiebung zwischen dem sechsten und siebten Halswirbel mit Verletzung des Rückenmarks – Tetraplegie. Heute lebt Pat Schafhauser wieder in South Dakota (USA), wo er Junioren-Teams coacht.

Er reist fast jedes Jahr im Januar in die Schweiz. Dann findet jeweils im Berner Allmendstadion das «All Star Game» statt. Der Erlös fliesst in die «Pat Schafhauser Stiftung». Diese unterstützt Eishockeyspieler mit schweren Rückenverletzungen finanziell.
SANDRO COMPAGNO

Schicksals-Schläge
Thomas Köppel(20), Fussballer: Im Trainingslager in Südafrika wurden die Junioren des FC St. Gallen im Februar 2000 Opfer eines schweren Autounfalls. Thomas Köppel überlebte ihn mit Verbrennungen, Wirbelfrakturen und Rückenmarkverletzungen. Er wird nie mehr gehen können.

Christian Erb(42), Diskuswerfer: Auf dem Weg zur Arbeit verunfallte der zehnfache Schweizer Meister im Diskuswerfen im April 1997 mit seinem Auto. Noch heute pflegt der Ex-Leichtathlet vom Rollstuhl aus seine alte Liebe: Er organisiert in Rüdlingen SH jedes Jahr ein Werfer-Meeting.

Daniel Rytz (23), Schwinger: Eine Halswirbel-Verletzung, zugezogen am «Basellandschäftler» in Oberwil, bindet den ehemaligen Schwinger seit vier Jahren an den Rollstuhl.

Paul Stalder (30), Schwinger: Seit einem Bubenschwingen in Marbach LU vor 14 Jahren ist Stalder Tetraplegiker.

Stefan Maurer (Ý), Radprofi: 1985 ereilte ihn das Schicksal in Sizilien: Massensturz, Querschnittlähmung. Seinen Lebensmut konnte die schwere Verletzung nicht brechen. 1994 wollte er in Thailand das Tauchbrevet erwerben. Er ertrank bei einem Tauchgang.

Monika Schuler (39), Turnerin: Als 15-Jährige schaffte sie beim Trampolinspringen eine Drehung nicht ganz, fiel auf den Kopf und blieb reglos liegen. Heute arbeitet sie trotz Querschnittlähmung als Juristin.

Ernst Rindlisbacher (52), Schwinger: Als 18-jähriger verunfallte er bei einem Schwingfest und lebt seither im Krankenheim «Gottesgnad» in Spiez.

Beat Thöni (68), Schwinger: Eine glitschige Unterlage wurde ihm 1960 am Brünigschwinget zum Verhängnis. Seither sitzt er im Rollstuhl.
Thomas Köppel(20), Fussballer: Im Trainingslager in Südafrika wurden die Junioren des FC St. Gallen im Februar 2000 Opfer eines schweren Autounfalls. Thomas Köppel überlebte ihn mit Verbrennungen, Wirbelfrakturen und Rückenmarkverletzungen. Er wird nie mehr gehen können.

Christian Erb(42), Diskuswerfer: Auf dem Weg zur Arbeit verunfallte der zehnfache Schweizer Meister im Diskuswerfen im April 1997 mit seinem Auto. Noch heute pflegt der Ex-Leichtathlet vom Rollstuhl aus seine alte Liebe: Er organisiert in Rüdlingen SH jedes Jahr ein Werfer-Meeting.

Daniel Rytz (23), Schwinger: Eine Halswirbel-Verletzung, zugezogen am «Basellandschäftler» in Oberwil, bindet den ehemaligen Schwinger seit vier Jahren an den Rollstuhl.

Paul Stalder (30), Schwinger: Seit einem Bubenschwingen in Marbach LU vor 14 Jahren ist Stalder Tetraplegiker.

Stefan Maurer (Ý), Radprofi: 1985 ereilte ihn das Schicksal in Sizilien: Massensturz, Querschnittlähmung. Seinen Lebensmut konnte die schwere Verletzung nicht brechen. 1994 wollte er in Thailand das Tauchbrevet erwerben. Er ertrank bei einem Tauchgang.

Monika Schuler (39), Turnerin: Als 15-Jährige schaffte sie beim Trampolinspringen eine Drehung nicht ganz, fiel auf den Kopf und blieb reglos liegen. Heute arbeitet sie trotz Querschnittlähmung als Juristin.

Ernst Rindlisbacher (52), Schwinger: Als 18-jähriger verunfallte er bei einem Schwingfest und lebt seither im Krankenheim «Gottesgnad» in Spiez.

Beat Thöni (68), Schwinger: Eine glitschige Unterlage wurde ihm 1960 am Brünigschwinget zum Verhängnis. Seither sitzt er im Rollstuhl.
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