Am Donnerstag brach im Zürcher Seefeld ein 42-Jähriger schwer verletzt zusammen und starb. Nun hat die Polizei einen Verdacht, wer für seinen Tod mitverantwortlich sein könnte: Sie fahndet nach Tobias Kuster (23). Der Sträfling war nach einem eintägigen Hafturlaub von der Strafanstalt Pöschwies am 23. Juni nicht wieder zurückgekehrt..
Kuster ist ein verurteilter Bandenboss. 2013 hatte er mit vier Komplizen einen Dealer verprügelt und entführt, um an Geld zu kommen. Kuster selbst sei dabei auf Kokain gewesen.
Opfer entführt, verprügelt und in den Wald gebracht
Die Gruppe bedrohte den Mann mit Pistolen und einem Sturmgewehr und brachte ihn in ein Waldstück. Dort zwangen ihn die Täter, sein eigenes Grab zu schaufeln – und liessen ihr Opfer an der Grube zurück. Der Marrihuana-Dealer soll der Bande gemäss «SonntagsZeitung» 10'500 Franken geschuldet haben.
Im September 2015 verhängte das Zürcher Obergericht gegen Kuster als Rädelsführer eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren – wegen Freiheitsberaubung, versuchten Raubes, versuchter Nötigung und anderer Delikte.
Die Staatsanwaltschaft stuft ihn als gewaltbereit ein. «Er dürfte bewaffnet sein», teilt sie im Fahndungsaufruf mit: «Die Kantonspolizei empfiehlt, sich vorsichtig zu verhalten und verdächtige Wahrnehmungen sofort zu melden.»
Hafturlaub für einen Gewaltverbrecher?
«Ende 2017 wäre der Mann bei guter Führung freigekommen», sagt Thomas Manhart, Chef des Amtes für Justizvollzug. Bis zum Zeitpunkt des Hafturlaubs habe er sich im Strafvollzug wohl verhalten. «Nach unserer Risikoeinschätzung gingen wir davon aus, dass der Häftling zurückkehren wird.» (SoBli/ent)