Bei einer Schiessübung mit einem 8,1-Zentimeter-Minenwerfer in Wichlen auf dem Gemeindegebiet von Elm GL sind gestern Dienstag vier Personen verletzt worden, eine davon schwer.
Der Rekrut erlitt Verletzungen an Kiefer, Schädel und Zähnen, wie Armee-Sprecher Daniel Reist erklärt. Er wird im Spital behandelt. Reist: «Er muss mehrfach operiert werden.» Die Verletzungen seien zum Glück aber nicht lebensbedrohlich.
Die drei anderen Armeeangehörigen wurden leicht verletzt. Zwei von ihnen erlitten leichte Verbrennungen. Sie konnten zur Truppe zurückkehren, wie auch der dritte Soldat, der einen Schock erlitt.
Militärjustiz ermittelt
Die Militärjustiz hat eine Untersuchung aufgenommen. Den ersten Ermittlungsergebnissen zufolge kam es zu einer Detonation im Minenwerfer, sagt Mario Camelin, Sprecher der Militärjustiz.
Der Rekrut, der in Spitalbehandlung gebracht werden musste, sei fünf bis sechs Meter hinter dem Minenwerfer gestanden und durch ein herumfliegendes Teil getroffen worden.
«Ob der Minenwerfer oder die Munition fehlerhaft war, muss noch geklärt werden», sagt Camelin zum BLICK.
Die genaue Bezeichnung für die betreffende Waffe ist Festungsminenwerfer 8,1 cm 72, wie Armee-Sprecher Reist erklärt. Sie kann mit verschiedener Munition beladen werden. Welche Munition beim Unfall zur Anwendung kam, ist unklar.
«Dachte mir schon, dass etwas Schlimmes passiert sein muss»
Der Unfall ereignete sich am Nachmittag bei einem Minenwerferschiessen der Infanterieschule 12. Margaretha Schenk (66) aus Elm GL: «Ich habe gestern die Rega fliegen sehen und da dachte ich mir schon, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Es hat ja die ganze Zeit geknallt wegen der Schiessübung. Ich verstehe nicht, wieso so etwas passieren kann.» Sie hoffe, sagt die Dorfbewohnerin weiter, dass es dem schwer verletzten Soldaten bald besser gehe.
Dorfbewohner Jakob Monsch (73) äussert sich dazu, dass es sich bei der Unfallursache um einen Materialfehler handeln könnte. «Ich konnte das fast nicht glauben, als ich von diesem Unfall gehört habe.» Das werde noch Millionen kosten, um alle Minenwerfer zu überprüfen. «Und solange diese Kontrolle läuft, sollte man unsere Rekruten von diesen Waffen fernhalten», sagt Monsch. «Wir haben ja gesehen, was sonst passieren kann.»
Übungen ausgesetzt
Die Armee hat bereits gestern auf das Unglück reagiert: Bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen, stoppte der Chef Kommando Ausbildung alle Schiessen mit dem Minenwerfer 8,1 cm. (fr/voi/noo/SDA)