Als sich der Schweizer Daniel F.* (32) in eine Frau aus dem südbadischen Müllheim (D) verliebte, gabs für ihn kein Halten mehr: Er packte im Juni 2018 all seine Sachen, lud sie in einen Zügelwagen und kehrte der Schweiz den Rücken. Mit im Gepäck: Sein Sturmgewehr SIG 550, verpackt in einer Tasche, gesichert mit einem Vorhängeschloss.
Daniel F. war Reservegefreiter in der Schweizer Armee, musste immer wieder für Übungen in die Schweiz zurück. Das tat er auch – mitsamt seinem Sturmgewehr, das er zu diesem Zweck jeweils über die Grenze brachte. Was er allerdings nicht hätte tun dürfen: Dabei handelt es sich um einen Verstoss gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Er hätte das Gewehr bei Verwandten in der Schweiz unterbringen oder es bei einer Sammelstelle abgeben müssen.
Ex-Mann verpfiff ihn bei der Polizei
Allerdings wäre die Polizei ihm wohl kaum auf die Schliche gekommen, hätte nicht der Ex-Mann seiner neuen Liebe ihn bei der Polizei angezeigt, nachdem die neue Beziehung in die Brüche gegangen war.
Deshalb stand er nun in Freiburg vor Gericht und beteuerte laut der «Badischen Zeitung», nicht daran gedacht zu haben, als er zügelte. Nicht einmal am Grenzübergang Weil am Rhein habe er daran gedacht. Er habe gar dem Zöllner den Laderaum gezeigt. Die Kinder seiner Ex-Freundin hätten nie Zugang zum Kellerabteil gehabt, Munition habe er auch keine besessen.
«Hat gepackt, ohne sich Gedanken zu machen»
Der Staatsanwalt beharrte aber darauf, dass Daniel F. hätte wissen müssen, dass er die Waffe nicht mitnehmen durfte. Schliesslich habe er auch schon in Hongkong gelebt und habe damals seine komplette Ausrüstung abgeben müssen. Seine Verteidigerin sagt laut der «Badischen Zeitung»: «Er hat einfach gepackt, ohne sich Gedanken zu machen.»
Das glaubte das Gericht nicht und folgte dem Antrag des Staatsanwalts: Es verurteilte Daniel F. zu einer Haftstrafe von 13 Monaten auf Bewährung. Zusätzlich muss F. 2000 Euro an die Lebenshilfe überweisen. Sein Sturmgewehr hat er übrigens nicht mehr: Es wurde von der Polizei der Armee zurückgegeben – dort schied er regulär Ende 2018 aus. (neo)