Partei bietet Unterstützung auf dem Amt an
SP drängt auf mehr Einbürgerungen

Die Genossen wollen künftigen Bürgern unter die Arme greifen. Und fordern einen Abbau der bürokratischen Hürden.
Publiziert: 28.07.2019 um 14:56 Uhr
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Aktualisiert: 29.07.2019 um 15:32 Uhr
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SP-Grossrat Mustafa Atici.
Foto: Keystone
Simon Marti

Pünktlich zum Nationalfeiertag drängen die Sozialdemokraten darauf, dass sich mehr Menschen einbürgern lassen. In einem offenen Brief verlangt die Partei, die Hürden für den Erwerb des Schweizer Passes in Gemeinden und Kantonen zu senken.

Die Partei bietet Interessierten an, sie beim Gang auf die Ämter zu unterstützen. «Bereits vor drei Jahren haben wir einen ersten Aufruf gestartet und gemerkt, wie gross das Bedürfnis unter Menschen ohne Schweizer Pass ist, dass ihnen geholfen wird», sagt Mustafa Atici (49), Präsident der SP-MigrantInnen und ehemaliger Basler Grossrat.

Nun scheint der Zeitpunkt für einen neuen Anlauf günstig: Bislang hat die Partei nach eigenen Angaben bis zu 1000 Personen beraten. Genaue Zahlen erhebt sie nicht.

«Nicht gut für die Demokratie»

«Letztlich profitieren wir alle davon, wenn sich mehr Leute einbürgern lassen», ist Atici überzeugt. «Wenn über eine Million Menschen in der Schweiz keine politischen Rechte geniessen, ist dies nicht gut für die Demokratie.»

Zugleich kämen neue Bürger hinzu, die sich in ihrer Gemeinde engagieren, so der Basler. Viele hätten aber Hemmungen. Oder scheuen Geld und Aufwand. «Alleine die Dokumente zusammenzubekommen, von der Geburtsurkunde bis zum Sprachzertifikat, braucht Zeit.» Diese Hürde im Kopf gelte es zu überwinden, so Atici. «Und da können wir helfen.

Das neue Bürgerrechtsgesetz erschwert seit Anfang 2018 Einbürgerungen. Dennoch erwarben im vergangenen Jahr mehr als 44000 Personen den Schweizer Pass.

Anm. der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hiess es, Mustafa Atici sei Basler Grossrat – er ist allerdings im Mai nach rund 14 Jahren zurückgetreten und kandidiert nun für den Nationalrat. BLICK entschuldigt sich für das Versehen.

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