Mon Dieu! Linker Fuss – rechter Fuss – linker Fuss – rechter Fuss. Hat man den Dreh erst mal raus, ist es keine Hexerei. Hunderttausende Schweizer Wehrpflichtige haben sich im Laufe ihrer Dienstjahre an der Zugschule geübt. Stundenlang. Brust raus, Schultern zurück. Im Gleichschritt, Marsch – synchron wie ein Mann.
Doch davon war beim Defilee des vierköpfigen Detachements der Fahnenwache am französischen Nationalfeiertag nicht viel zu sehen. Dabei war der Auftritt auf der Place de la Concorde am Dienstag das erste Mal, dass Schweizer Armeeangehörige im Ausland defilierten, wie Innenminister Alain Berset (48), der als Delegierter des Bundesrats am Festakt teilnahm, zuvor stolz auf Twitter bemerkt hatte.
«Das ist tatsächlich nicht gelaufen wie geplant»
War es Nervosität? Die vierköpfige Schweizer Delegation jedenfalls schien auf der Pariser Place de la Concorde alles jahrelang Antrainierte komplett vergessen zu haben. Was das Fähnlein der vier Aufrechten da zu Ehren des französischen Nationalfeiertags am 14. Juli dargeboten hat, erinnert eher an einen gemütlichen Waldspaziergang.
Und das vor den Augen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron (42)! Von Gleichschritt keine Rede. Blamieren statt defilieren.
Nicht erfüllt, heisst es dazu im Militärjargon. «Das ist tatsächlich nicht gelaufen wie geplant», räumt Armeesprecher Daniel Reist ein. Offensichtlich sei die Atmosphäre so belastend gewesen, dass selbst die Berufs-Unteroffiziere «aus dem Tritt» gekommen seien.