Leserbriefe vom 4. November

Pfusch im Spital - Das meinen SonntagsBlick-LeserInnen
Publiziert: 02.11.2007 um 17:37 Uhr
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Aktualisiert: 06.09.2018 um 20:06 Uhr

Haben Sie noch Vertrauen in die Spitäler?
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Ja, ich habe noch ein sehr grosses Vertrauen in die Spitäler und auch in deren Personal. Denn was die jeden Tag und auch in der Nacht leisten, ist einfach genial!
Matthias Abegg, Muttenz BL

Die Bosse sparen am falschen Ort, weil sie nicht oder noch nicht selbst auf Hilfe angewiesen sind. Schön wäre, wir hätten weniger Luxusspitäler, dafür wieder mehr Personal und Ärzte, die Zeit haben, wirklich Zeit für ihre Patienten.
A. Knuchel, Lengnau BE

Sie erwähnen eine 55-jährige Patientin, die eine tödliche Dosis Calciumchlorid erhalten habe. Es war Kaliumchlorid! Ein Fehler wie der Ihre – die Verwechslung von zwei verschiedenen Substanzen – führt in unserem Metier zum Horror.
Dr. med. Joseph Brügger, Eschenbach LU

Auch ich hatte schreckliche Erlebnisse im Krankenhaus. Im Juli 1999 hatte ich eine sechsstündige Rückenoperation in Männedorf, bekam eine Thrombose, Wasser in der Lunge, eine Lungenembolie, lag zwei Tage auf der Intensivstation, bis die Ärzte erkannten, was mir überhaupt fehlt. Ich wurde an die Sauerstoffflasche angeschlossen, die mir die Nachtschwestern bei Schichtwechsel zudrehten statt auf, meine Bettnachbarin klingelte um 2 Uhr nachts, da ich keine Klingel hatte. Dann ging es vier Wochen nach Schinznach zur Kur, im Einzelzimmer, da ich Privatpatient war. Am letzten Tag zum Frühstück bekam ich auch meine Tabletten und fiel plötzlich in einen totenähnlichen Schlaf und wachte nach vier Stunden ganz verstört auf. Am nächsten Tag kam der Arzt zu mir und hat sich gross entschuldigt, eine Schwester habe mir eine Tablette gegeben, die nicht für mich bestimmt war.
Wilma Steffen-Schalk, Küsnacht ZH

Im US-amerikanischen Wahlkampf soll unser (Zwangs-)Krankenkassenmodell – zusammen mit dem holländischen System – ja zurzeit eine gewisse Rolle spielen, als Vorbild nämlich. Es kann also nicht so schlecht um unsere Ärzte und ihre sozialen und legalen Rahmenbedingungen stehen.
Walter Loeffler, Mitilini (Griechenland)

Bei der Geburt von meinem Sohn vor zwei Jahren haben die Ärzte auch gepfuscht! Sie haben meinen Dammriss nicht richtig zugenäht, was eine Operation zur Folge hatte. Unternehmen konnte ich nichts! Die Ärzte haben sich gegenseitig gedeckt!
A. Köppel, Chur

Wenn man mich (54) persönlich fragt, lautet die Antwort ganz klar Ja – ich habe Vertrauen! Nach insgesamt elf Operationen und Spitalaufenthalten habe ich das Gefühl, hier mitreden zu können. Klar lernt man ab und zu einen arroganten «Gott in Weiss» kennen, aber erstens ist dies die absolute Ausnahme und zweitens gibt es
in jeder Berufsgattung schwarze Schafe. Das Personal in den Spitälern ist nebst Unterbezahlung total überlastet und trotzdem fehlte es mir nie an etwas. Ich habe sehr grosse Achtung vor diesen Menschen und weiss ihre Arbeit zu schätzen. Der grösste Blödsinn überhaupt ist unsere Gesundheitspolitik, der solche Probleme zu verdanken sind. Hassen Sie also lieber (wenn es nicht anders geht) den einen oder anderen «schlauen» Politiker!
Werner Balsiger, Mühlethurnen BE

Es kann ein Arzt nicht auf einer Etage sieben bis acht Zimmer voll Patienten bei der Visite seriös betreuen und auch noch behandeln! Ein Assistenzarzt im Unispital Zürich hat durchschnittlich 70 bis 80 Stunden Arbeitszeit!
Edwin Schnellmann, Zürich

Mit Ärzten ist es wie mit Handwerkern: Wenn man den richtigen hat, wird man gesund.
Ernst Bader; Waldenburg BL

Wir sollten dankbar sein für unsere Spitäler, denn ohne sie könnten keine Krankheiten geheilt, keine Organe transplantiert und keine Menschenleben gerettet werden. Anstatt diesen sogenannten Pfusch zu kritisieren, müsste eine Lösung gefunden werden, damit Ärzte nicht mehr gestresst und übermüdet sind, womit wir ein weiteres Mal bei der Politik gelandet wären.
Florian und Marion Banholzer, Turgi AG

2008 wird das Parlament im Rahmen der KVG-Teilrevision über «Managed Care» beraten, eine Dienstleistung aller Versicherungen, um mit dem Patienten einen optimalen Behandlungsverlauf zu finden. Ein Lichtblick, finde ich.
Jürg Jehle, Brügg BE

Ich war in letzter Zeit einige Male in Aarau im Spital (zweimal Operation mit anschliessender Strahlentherapie) und habe eigentlich keine schlechte Erfahrung gemacht. Ich bekam aber mit, dass das Personal manchmal von den Patienten zum Sündenbock für ihre Krankheiten gemacht wird. Unsere Büroangestellten und Behörden können ihr Zeug hinlegen, wenn Sie genug haben, diese Leute nicht.
Peter Lanz, Rothrist AG

Ein Spital muss nicht rentieren und Geld abwerfen. Aber manche Herren Direktoren haben das Gefühl, ihr Spital sei börsenkotiert und müsse eine Goldgrube sein!
Michel Koeb, Montady (F)

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