Zahl der Neuinfektionen bleibt tief
0:59
Corona-Update Schweiz:Die Zahl der Opfer steigt auf knapp 1200

Immunologe Martin Bachmann (52) macht Hoffnung
«Unser Impfstoff soll im Oktober bereit sein»

Noch gibt es kein wirksames Mittel gegen das Coronavirus. Doch der Berner Immunologe Martin Bachmann sieht bereits die Ziellinie: Im Oktober soll sein Impfstoff bereit sein.
Publiziert: 16.04.2020 um 12:23 Uhr
1/6
Im Labor des Inselspital Bern geht es seit Wochen ausschliesslich um das Coronavirus und die Suche nach einem Impfstoff.
Foto: Philippe Rossier

Auf nichts anderes wartet die Welt zurzeit wohl so sehnlichst wie auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Über 70 Forscherteams weltweit tüfteln mit Hochdruck daran – so auch in der Schweiz.

Im Labor des Inselspitals Bern geht es seit Wochen ausschliesslich nur um dieses Thema. Der dortige Immunologe und Chef des Forscherteams Martin Bachmann sagt im «Tages-Anzeiger»: «Unser Impfstoff soll im Oktober bereit sein.»

Spike-Proteine der Corona-Viren sind das gefährliche

Für die Herstellung ihres Impfstoffs nimmt das Team einen bestimmten Teil des Coronavirus ins Visier: die sogenannt Spike-Proteine. Das sind die abstehenden Zapfen der Corona-Viren, die man unter dem Mikroskop erkennt.

Diese Spike-Proteine machen das Virus überhaupt gefährlich. Sie sind eine Art Schlüssel und dringen so in unsere Körperzellen ein. Anschliessend befallen die Viren unsere Zellen. Genau diesen Vorgang soll der Impfstoff verhindern.

Doch nur wie? Mit einer Art Virenattrappe, erklärt Bachmann: Sie spielt unserem Immunsystem, nach der Impfung, nur vor, dass wir uns mit dem Virus infiziert haben. Dann bildet das Immunsystem die Antikörper, welche uns vor der tatsächlichen Infektion schützt.

Es ist ein erprobtes Verfahren, mit dem man unter anderem einen Impfstoff gegen Hepatitis B und das Humane Papilloma-Virus (HPV) entwickelt habe.

«Mich selbst werde ich als Erstes impfen»

Den möglichen Corona-Impfstoff hat das Team bereits an Mäusen getestet. Erfolgreich: Nach der Impfung waren die Mäuse immun. Es folgen weitere Tierversuche, die bereits in einer Woche positive Antworten liefern sollen, heisst es im Artikel.

Fast zeitgleich werden in einem Biotech-Institut in Wädenswil ZH die ersten Impfstoffe hergestellt. Im August sollen sie erstmals an Menschen ausprobiert werden. Da zieht sich Bachmann nicht aus der Verantwortung und sagt: «Mich selbst werde ich als Erstes impfen.»

Es folgen Tests an einer grösseren Gruppe mit bis zu 200 Probanden. Den Probanden wird Blut genommen. Im Labor wird überprüft, ob sie bereits Antikörper gegen das Coronavirus produziert haben.

In neun Monaten geschafft, was normalerweise bis zu zehn Jahre dauert

Wenn es nach Plan läuft, sollten schon im Herbst bereits zehn Millionen Dosen ihres Impfstoffs produziert sein, um die ganze Schweiz damit zu impfen. Es würde die Rückkehr der Normalität in unseren Alltag bedeuten.

Falls es mit dem ambitionierten Zeitplan wirklich klappen wird, würde es an ein Wunder grenzen: Das Berner Forscherteam hätte in neun Monaten etwas geschafft, was normalerweise bis zu zehn Jahre dauert. (sib)

Coronavirus

Das Coronavirus beschäftigt aktuell die ganze Welt und täglich gibt es neue Entwicklungen. Alle aktuellen Informationen rund ums Thema gibt es im Coronavirus-Ticker.

Das Coronavirus beschäftigt aktuell die ganze Welt und täglich gibt es neue Entwicklungen. Alle aktuellen Informationen rund ums Thema gibt es im Coronavirus-Ticker.

Habe ich das Coronavirus oder nur die Grippe?

Gerade in der Grippesaison kann man selber nur schwer einschätzen, ob man am Coronavirus erkrankt ist oder ob man einfach eine gewöhnliche Grippe hat. Die Unterschiede sind fein, aber es gibt sie. Blick klärt auf.

Gerade in der Grippesaison kann man selber nur schwer einschätzen, ob man am Coronavirus erkrankt ist oder ob man einfach eine gewöhnliche Grippe hat. Die Unterschiede sind fein, aber es gibt sie. Blick klärt auf.

Schutz gegen Coronavirus

Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit, wie Sie sich selbst schützen können:

Hygienemassnahmen

  • Hände regelmässig mit Wasser und Seife waschen und/oder Desinfektionsmittel nutzen.
  • Nicht in Hände niesen oder husten, sondern Taschentuch oder Armbeuge nutzen. Taschentücher anschliessend sofort korrekt in geschlossenem Abfalleimer entsorgen.
  • Bei Fieber und Husten zwingend zu Hause bleiben.

Kontakt minimieren

  • Zu Hause blieben und Kontakte mit Personen möglichst minimieren. Nur in Ausnahmesituationen aus dem Haus gehen: Lebensmittel einkaufen / Arzt- oder Apothekenbesuch / Homeoffice ist für Ihre Arbeit nicht möglich / Sie müssen anderen Menschen helfen. Kontakt mit Personen vermeiden, die Atembeschwerden oder Husten haben.
  • Wichtig: Keine Begrüssungsküsschen, keine Umarmungen, kein Händeschütteln.
  • 2 Meter Abstand zu Mitmenschen halten, beispielsweise beim Anstehen oder bei Sitzungen.
  • Öffentliche Verkehrsmittel meiden und Lieferdienste nutzen.
  • Bei Symptomen (Atembeschwerden, Husten oder Fieber) nicht in die Öffentlichkeit gehen und umgehend – unbedingt zuerst telefonisch – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung kontaktieren.

Informiert bleiben

  • An die Regeln und Ansagen der Behörden halten. Infoline Coronavirus: 058 463 00 00, Info-Seite des BAG: bag-coronavirus.ch

Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit, wie Sie sich selbst schützen können:

Hygienemassnahmen

  • Hände regelmässig mit Wasser und Seife waschen und/oder Desinfektionsmittel nutzen.
  • Nicht in Hände niesen oder husten, sondern Taschentuch oder Armbeuge nutzen. Taschentücher anschliessend sofort korrekt in geschlossenem Abfalleimer entsorgen.
  • Bei Fieber und Husten zwingend zu Hause bleiben.

Kontakt minimieren

  • Zu Hause blieben und Kontakte mit Personen möglichst minimieren. Nur in Ausnahmesituationen aus dem Haus gehen: Lebensmittel einkaufen / Arzt- oder Apothekenbesuch / Homeoffice ist für Ihre Arbeit nicht möglich / Sie müssen anderen Menschen helfen. Kontakt mit Personen vermeiden, die Atembeschwerden oder Husten haben.
  • Wichtig: Keine Begrüssungsküsschen, keine Umarmungen, kein Händeschütteln.
  • 2 Meter Abstand zu Mitmenschen halten, beispielsweise beim Anstehen oder bei Sitzungen.
  • Öffentliche Verkehrsmittel meiden und Lieferdienste nutzen.
  • Bei Symptomen (Atembeschwerden, Husten oder Fieber) nicht in die Öffentlichkeit gehen und umgehend – unbedingt zuerst telefonisch – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung kontaktieren.

Informiert bleiben

  • An die Regeln und Ansagen der Behörden halten. Infoline Coronavirus: 058 463 00 00, Info-Seite des BAG: bag-coronavirus.ch
Fehler gefunden? Jetzt melden
Was sagst du dazu?