BLICK-Interview mit dem mutmasslichen Betrüger
Herr Papadakis, wie wurden Sie Alieschs Freund?

Publiziert: 26.07.2001 um 00:00 Uhr
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Aktualisiert: 09.10.2018 um 03:41 Uhr
ZÜRICH – Panagiotis Papadakis (66) soll Hunderte von Anlegern betrogen haben. Hat er auch den Bündner Regierungsrat Peter Aliesch (55) bestochen? BLICK sprach mit dem Geschäftsmann am Telefon in Athen.

Herr Papadakis, wie wurden Sie Peter Alieschs Freund?
Panagiotis Papadakis:
«Ich lud Doktor Aliesch im November 1997 an einen Empfang nach Malans ein. Er schrieb darauf auf Griechisch einen sehr warmen Dankesbrief. Bei dieser Gelegenheit wünschte er mir viele schöne Tage in der Schweiz. Das hat mich tief beeindruckt. Wir wurden Freunde. Herr Doktor Aliesch ist ein Diamant für die Schweiz.»

Und den beschenkten Sie reich.
Papadakis:
«Nehmen Sie den Nerzmantel. Der kostet nicht mal 3000 Franken. Meine Frau gab ihn Frau Aliesch mit den Worten: ÐPass du auf ihn auf!ð»

Sie wissen von den Vorwürfen gegen Aliesch?
Papadakis:
«Freunde haben mich informiert. Der Vorwurf der Bestechung ist unwahr und völlig unbegründet. Nie hat Peter Aliesch in irgendeiner Weise Einfluss auf meine Aufenthaltsbewilligungen genommen. Das sind alles Lügen.»

Hatten Sie denn Probleme mit den Bewilligungen?
Papadakis:
«Ja, es war immer sehr schwierig. Ich musste meine Bewilligung B jedes Jahr erneuern. Doch Hilfe brauchte ich dabei nicht. 1998 stellte ich einen Antrag auf eine Bewilligung C. Was dann geschah, war unter aller Würde: Eines morgens um 6 Uhr holte die Polizei fünf Griechinnen, die für mich arbeiteten, zum Verhör. Sie hatten eine Bewilligung für Malans. Aber nicht für Zürich, wo sie arbeiteten. Ich musste die Schweiz verlassen. Ich kann ja nicht arbeiten ohne Assistentinnen.»

Sie sind nicht geflohen? Gegen Sie wird schliesslich ermittelt.
Papadakis:
«Ich bin kein Krimineller. Ich bin auch nicht Millionär. Das ist eine Medienlüge. Ich bin ein international tätiger Geschäftsmann. Meine Firma hat Niederlassungen in über 50 Ländern. Man ermittelt gegen mich wegen Betrugs, Schwarzarbeit und Bestechung. Das ist eine Schande.»

Das sind happige Vorwürfe.
Papadakis:
«Ich bin enttäuscht. Ich habe immer teure Swissair-Tickets gekauft, Schweizer Versicherungen abgeschlossen und in der Schweiz Steuern bezahlt. Und jetzt das. Ist das der Dank?»

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