Kannibale spielt Hannibal Lecter

KASSEL (D) – Das erinnert an «Das Schweigen der Lämmer»: Armin Meiwes, der Kannibale von Rothenburg, hat der Polizei bei der Suche nach Mördern geholfen.
Publiziert: 22.10.2007 um 13:44 Uhr
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Aktualisiert: 06.09.2018 um 19:50 Uhr

26. März 1998: Tristan B. wird tot in einer Unterführung in Frankfurt gefunden. Der 13-Jährige wurde brutal umgebracht. Dann entnahm ihm der Mörder Fleisch aus Po und Oberschenkel sowie die Hoden.

Mehr als zwei Jahre später, 30. Oktober 2000: Tobias D. wird ermordet bei einem Weiher in Böblingen aufgefunden. Dem Elfjährigen wurden die Genitalien abgeschnitten.

Vier Monate später: Armin Meiwes tötet die Internet-Bekanntschaft Bernd Brandes. Mit dessen Einwilligung. Meiwes zerstückelt Brandes und isst Teile von ihm.

Drei Fälle, ein Täter? Meiwes, der mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, streitet das vehement ab. «So etwas würde ich niemals tun. Das ist schrecklich, ein Kind so zu verstümmeln», sagte er laut «Bild.de» zur Polizei.

Die Beamten fragten den Kannibalen weiter zu den beiden Taten aus. Denn Meiwes könnte den oder die Täter gekannt haben. «Ich hatte im Internet Kontakt zu einem Mann, der behauptete, drei Jungen geschlachtet zu haben.» Und dieser soll angeblich aus der Gegend von Leipzig stammen.

Der 45-Jährige konnte den Mann denn auch ziemlich genau beschreiben. Das Fleisch der Opfer habe der Täter wohl gegessen. Der Kannibale mutmasste zudem, dass der Mörder wieder zuschlagen werde.

Kennen wir das nicht aus dem Film «Das Schweigen der Lämmer»? Dort führt der Kannibale Dr. Hannibal Lecter die Polizei auf die Spur des Mörders. Armin Meiwes gab nun der Polizei seine Tipps weiter.

Der Staatsanwalt war an den Ratschlägen jedoch nicht interessiert. Er wollte die Befragung nicht weiter verwerten. (spj)

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