«Gendergerechte Schneeräumung»
Gleichberechtigung sorgt für Verkehrschaos

Trottoirs zuerst, dann erst die Strassen. Mit der Bevorzugung der Fusswege bei der Schneeräumung wollte Stockholm Gleichberechtigung schaffen. Doch das Projekt ist gescheitert.
Publiziert: 18.11.2016 um 16:43 Uhr
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Aktualisiert: 11.09.2018 um 14:25 Uhr
Auf dem Trottoir gehts noch, auf der Strasse kaum mehr: Stockholm nach heftigen Schneefällen am 9. November.
Foto: Reuters

Es war eine Idee mit hohem Symbolgehalt – mehr aber auch nicht.

Im vergangenen Jahr ordnete die rot-grüne Koalition im Stockholmer Rathaus eine – Obacht! – «geschlechtergerechte Schneeräumung» an: Da Frauen häufiger zu Fuss unterwegs seien als Männer, sollten erst die Trottoirs geschaufelt werden, bevor die Strassen geräumt würden.

Doch nun ist das Projekt gescheitert. Während der starken Niederschläge der vergangenen Tage kam es zu einem regelrechten Verkehrschaos. Der Busbetrieb kam zum Erliegen, Firmen, Schulen, Kindergärten blieben in der Folge geschlossen – und auf den glattgeschaufelten Gehwegen häuften sich die Unfälle.

Die Opposition sieht sich in ihrer Kritik am «Gender-Wahn» nun bestätigt. Eine bürgerliche Poltikerin höhnte, immerhin sei die Situation für alle gleich: «Gleich schlecht.» 

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