In der süditalienischen Stadt Mondragone (I) nahe Neapel randalieren Anwohner. Es entbrennt eine Strassenschlacht. Möbel fliegen von einem Balkon. Autos werden demoliert. Es wird geschrien, geprügelt und demonstriert. Polizei und Militär rücken an. Die Eskalation flammt auf, weil rund 700 Personen in fünf Sozialwohnungsblöcken in der Via San Razzino unter Quarantäne stehen. 49 wurden positiv auf das Virus getestet.
Die meisten Anwohner unter Quarantäne sind Bulgaren, die in der Landwirtschaft arbeiten. Die Behörden wollen alle Bewohner auf das Coronavirus testen, da sie sich in der «roten Zone» befinden. Einige haben jedoch versucht, der Kontrolle zu entgehen, und aus dem Gebiet zu flüchten.
Anwohner feinden Bulgaren an
Laut der italienischen Zeitung «Il Mattino» sind rund zweihundert Anwohner, die nicht in der Sozialsiedlung wohnen, auf die Strasse gegangen. Sie demonstrieren dagegen, dass die bulgarischen Arbeiter überhaupt in der Stadt wohnen. «Ihr müsst weg, für immer von hier verschwinden», rufen sie in Richtung der Balkone. Bulgarische Männer, Frauen und Kinder beobachten die Szene aus der Quarantäne.
Nach den Anfeindungen wirft ein Mann einen Holzstuhl vom Balkon in die Menge. Im Gegenzug werden die Autos der Bulgaren zerstört. Einige wütende Anwohner haben ausserdem das Rathaus gestürmt und den Bürgermeister bedrängt. Mit der Botschaft: «Schicken Sie die Bulgaren weg, oder wir machen es selbst.» Die Situation wurde von Polizei und Militär unter Kontrolle gebracht. (euc)