Er schrieb eine Abschiedsnotiz, schaltete sein Smartphone aus und verschwand. Park Won Soon (†64), Seouls Bürgermeister wurde Stunden später nach einer grossen Suchaktion tot am Berg Bugak aufgefunden – offenbar ein Suizid.
Im Abschiedsschreiben entschuldigte sich Park Won Soon bei «allen». Insbesondere gegenüber seinen Angehörigen äusserte er sein Bedauern. «Es tut mir gegenüber meiner Familie ewig leid, weil ich ihr nur Schmerzen zugefügt habe.» Die Stadtverwaltung hatte zuvor erklärt, der Bürgermeister habe seine Termine für den Tag aufgrund «unvermeidbarer Umstände» abgesagt.
Frühere Mitarbeiterin erstattete Anzeige
Die Gründe für Parks Entscheidung sind nicht bekannt. In den südkoreanischen Medien wurde spekuliert, dass dies möglicherweise mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Park zu tun haben könnte. Eine frühere Mitarbeiterin im Bürgermeisteramt erstattete laut Yonhap Anzeige gegen Park.
Sie habe bei der Polizei von nicht gewolltem «physischem Kontakt» und «unangemessenen» Smartphone-Nachrichten des Bürgermeisters gesprochen, wurde ein Informant zitiert. Für die Berichte gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.
Möglicher Kandidat fürs Präsidentenamt
Park hatte früher als Staats- und Rechtsanwalt gearbeitet und war lange Jahre in einer Bürgerrechtsorganisation tätig gewesen. Im Oktober 2011 wurde er als «unabhängiger» Kandidat zum Bürgermeister von Seoul gewählt. Sein Sieg hatte damals eine politische Erschütterung im Land ausgelöst, da sie Wahl ein tiefes Misstrauen der Wähler gegenüber den etablierten Parteien offenbar hatte.
Park schloss sich später der sozialliberalen Demokratischen Partei des heutigen Staatspräsidenten Moon Jae In an. Vor zwei Jahren wurde Park für eine dritte Amtszeit als Bürgermeister wiedergewählt. Auch wurde er als möglicher Kandidat für die nächste Präsidentenwahl gehandelt, die für 2022 geplant ist. Zu seinem erklärten Programm als Bürgermeister gehörte der Kampf gegen die Ungleichheit und zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft.
Die Stadt Seoul will für ihren gestorbenen Bürgermeister Park Won Soon eine fünftägige Trauerfeier organisieren. Es sei das erste Mal, dass solch eine Beisetzungszeremonie durch die Stadt durchgeführt werde, teilte ein Vertreter der südkoreanischen Hauptstadt am Freitag mit. Vor dem Rathaus soll demnach ein Traueraltar aufgestellt werden, damit die Bürger der Stadt vom Verstorbenen Abschied nehmen können. (SDA/neo)
Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:
- Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143 www.143.ch
- Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147 www.147.ch
- Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.ch
Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben
- Refugium – Verein für Hinterbliebene nach Suizid: www.verein-refugium.ch
- Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils: www.nebelmeer.net
Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:
- Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143 www.143.ch
- Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147 www.147.ch
- Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.ch
Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben
- Refugium – Verein für Hinterbliebene nach Suizid: www.verein-refugium.ch
- Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils: www.nebelmeer.net