Datenschützer spricht Machtwort
WhatsApp darf Facebook keine Telefonnummern geben

Paukenschlag in Deutschland: Der Datenschutzbeauftragte verbietet Facebook per sofort, WhatsApp-Nutzerdaten zu übernehmen. Bereits zusammengeführte Daten müssen sogar gelöscht werden.
Publiziert: 27.09.2016 um 11:21 Uhr
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Aktualisiert: 11.09.2018 um 06:35 Uhr
Handy-Gigant: Sowohl WhatsApp wie auch der Messenger und Instagram gehören zu Facebook - nur Twitter ist (noch) selbständig.
Foto: Getty Images

Facebook will die Daten von WhatsApp-Nutzern erheben und speichern. In Deutschland macht dem Unternehmen nun der Datenschutzbeauftragte von Hamburg eine Strich durch die Rechnung: Johannes Caspar hat dieses Vorgehen mit sofortigen Wirkung untersagt, berichtet «Bild».

Zudem müsse Facebook Daten, die bereits von WhatsApp übermittelt wurden, wieder löschen. Die rund 35 Millionen WhatsApp-User in Deutschland selbst entscheiden können, ob sie eine Verbindung ihrer Kontos wünschen. Facebook hätte sie fragen müssen – dies sei nicht geschehen.

Nachdem Facebook den Messenger-Dienst vor zwei Jahren aufgekauft hat, hat Chef Mark Zuckerberg zugesichert, dass Nutzerdaten nicht miteinander ausgetauscht würden. «Dass dies nun doch geschieht, ist nicht nur eine Irreführung der Nutzer und der Öffentlichkeit, sondern stellt auch einen Verstoss gegen das nationale Datenschutzrecht dar», begründet die Datenschutzbehörde ihren Entscheid.

BLICK hat den Schweizer Datenschützer angefragt, was der Entscheid für die Schweiz bedeutet und ob die Schweiz nachziehen wird. Die Anfrage wurde bislang noch nicht beantwortet. (pma/rey)

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