Blamage für Venezuela
Kriegsschiff rammt deutsches Kreuzfahrtschiff – und sinkt

Welch eine Blamage für Venezuela: Eines ihrer Kriegsschiffe hat ein deutsches Kreuzfahrtschiff angegriffen – und ist dabei selber gesunken
Publiziert: 04.04.2020 um 12:18 Uhr
|
Aktualisiert: 04.04.2020 um 14:06 Uhr
1/5
Das Kriegsschiff Naiguata versuchte, ein deutsches Kreuzfahrtschiff zum Umkehren zu zwingen.
Foto: Wikipedia

Das venezolanische Kriegsschiff Naiguata erhielt den Aufrag, das deutsche Kreuzfahrtschiff Resolute in den Hafen der venezolanischen Insel Margarita zu eskortieren. Die Venezolaner waren der Meinung, das Touristenboot sei zu nahe an der «ausschliesslichen Wirtschaftszone Venezuelas», ein Seegebiet, in dem der Staat bestimmte Vorrechte geniesst.

Doch die in Hamburg gebaute und mittlerweile unter portugiesischer Flagge segelnde Resolute machte ihrem Namen alle Ehre. Sie weigerte sich, der Aufforderung Folge zu leisten. Man befinde sich noch immer in internationalen Gewässern und wolle zuerst die Lage klären, erwiderte der Kapitän. Zudem habe man Motorenprobleme, die man anschauen müsse.

Warnschüsse, dann ein Ramm-Versuch

Die Südamerikaner aber wollten nicht warten. Sie schossen Warnschüsse auf das Kreuzfahrtschiff, und als das nichts nützte, rammten sie die Resolute. Kriegsschiff gegen Kreuzfahrtschiff. Einfaches Spiel für die Venezolaner – dachten sie. Was sie nicht wussten: Die Resolute ist ein besonderes Boot. Der Rumpf ist dafür gebaut, Eisbergen zu trotzen und erfüllt die Anforderungen der höchsten Eisklasse

Jahrelang kurvte das Schiff – damals unter dem Namen Hanseatic – durch die Arktis, hält sogar einen Rekord: 2014 näherte es sich bis auf 480 Kilometer dem Nordpol, so weit nördlich war noch nie ein Kreuzfahrtschiff.

Gegen den verstärkten Bug der Resolute sah die Naiguata alt aus. Während das Kreuzfahrtschiff durch die Ramm-Attacke nur wenige Kratzer davontrug, wurde das Kriegsschiff derart stark beschädigt, dass es sank!

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Die Resolute rief nach Hilfe und blieb in der Nähe des sinkenden Schiffs. Nach rund einer Stunde wurden die Venezolaner gerettet. Medien berichten, dass diese zuvor ein Rettungsangebot der Resolute-Crew ausschlugen.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro aber war stocksauer. Er sagte, die Versenkung seiner Naiguata sei ein Terror-Akt gewesen und müsse untersucht werden. Egal, was die Untersuchung zutage fördert: Mit dem Spott, sein Kriegsschiff an ein Touristenschiff verloren zu haben, wird er leben müssen. (vof)

Fehler gefunden? Jetzt melden
Was sagst du dazu?