Zwei Nachmittage die Woche geht die ganze Schule in den Untergrund. Im Keller der Grundacherschule in Sarnen OW drehen sich Bohrköpfe, rattern Nähmaschinen, streichen Pinsel übers Papier, rieseln Holzspäne, fassen Fäden Chrälleli um Chrälleli. Die ganze Schülerschaft ist in der Macherei am Werk.
Hier zeigen sich erste Attribute einer Schule, die vor 25 Jahren als Angebot mit Tagesstruktur für die Basisstufe (Kindergarten bis 2. Klasse) gegründet wurde und seit 2017 die gesamte Volksschulzeit abdeckt: In der Macherei arbeiten an diesem Montagnachmittag vom Vierjährigen bis zur Sechzehnjährigen alle durchmischt, und zwar an Projekten, die sie selbst ausgedacht haben, sei dies ein Kleidungsstück, ein Poster oder eine Kugelbahn.
Was nicht passiert: Es entstehen nicht ganze Klassensätze von identischen Holz- oder Näharbeiten nach Vorlage einer Lehrperson. Und es gibt keine Vorgabe, mit welcher Handfertigkeit sich die Kinder und Jugendlichen beschäftigen müssen.
Der Vergleich mit «herkömmlichen» Schulen ist hier nicht gern gesehen. Bei einer Kaffeepause unter der Eiche im Hof sagt Co-Schulleiterin Karin Anderhalden (55), sie wolle nicht über die Volksschule reden, sondern das Gelingen an ihrer eigenen Schule dokumentieren.
Die Grundacherschule agiert nicht nur in bestem Einvernehmen mit dem Kanton Obwalden, sondern wird von Fachleuten aus der Bildung auch immer wieder als eigentliche Vorzeige-Schule genannt.