Darum gehts
- Das Pro 18, die AirPods 5 und die Uhren sind alle neu.
- Erst im Frühling kommt das Basismodell des iPhone 18
- Mit dem Duo stellte Apple sein Erstes Klapp-Handy vor
Mittwoch, 19.53 Uhr Schweizer Zeit. Seit 53 Minuten läuft Apples Produktshow. Dann fällt der Satz, den Fans seit Steve Jobs kennen: «One more thing.» Apple zeigt das Gerät, über das die Branche seit Monaten, ja Jahren spekuliert – das iPhone Duo, das erste faltbare iPhone. Zusammengeklappt ist es so gross wie ein Reisepass. Aufgeklappt: 7,6 Zoll Display, 50 Prozent mehr Fläche als beim iPhone 18 Pro Max. Und trotzdem das dünnste iPhone, das Apple je gebaut hat.
Durch den Abend führt erstmals John Ternus als neuer Apple-Chef. Das Faltphone stammt aus den Hardware-Teams, die er vor seiner Beförderung jahrelang leitete. «Es hat das grösste iPhone-Display aller Zeiten und passt trotzdem in jede Hosentasche», sagt Ternus.
iPhone Duo: SIM fliegt raus
Der Rahmen: Titan. Das Scharnier: über 100 Einzelteile. Die gefürchtete Falte bei Falthandys in der Displaymitte kaschiert eine matte Spezialbeschichtung. Man sieht sie kaum, spürt sie aber. Der Fingerabdrucksensor wandert in die Seitentaste. Für eine physische SIM-Karte fehlt im dünnen Gehäuse der Platz, das Duo setzt daher weltweit auf die eSIM. Erstmals laufen auf einem iPhone zwei Apps nebeneinander. Und die zwei Batterien, eine pro Hälfte, halten bis zu 24 Stunden durch. Verspricht zumindest der Hersteller.
Snoopy lockt Kinder
Das Aussendisplay macht die Hauptkamera zur Selfiekamera: Wer vor der Linse steht, sieht sich in der Live-Vorschau. Das Duo löst automatisch aus, sobald alle in Position sind. Für zappelige Kinder spielt der Bildschirm Snoopy-Animationen ab, damit sie in die Kamera schauen. Konkurrent Google kennt den Trick bereits, dort heisst die Funktion «Made You Look». Das iPhone Duo kostet ab 1999 Franken (256 GB). Vorbestellen ab dem 16. Oktober, im Laden ab dem 23. Oktober.
Blende wie bei Profikamera
Die iPhone 18 Pro und Pro Max sehen aus wie ihre Vorgänger – und legen innen zu. Die Hauptkamera erhält als erstes iPhone eine variable Blende: Sechs Lamellen, jede dünner als ein Haar, lassen im Dunkeln rund 50 Prozent mehr Licht auf den Sensor. Der A20-Pro-Chip ist der erste Smartphone-Chip aus dem 2-Nanometer-Verfahren. 40 Prozent mehr Leistung, sagt Apple. Das Pro Max schafft laut Apple den grössten Akkusprung der iPhone-Geschichte: bis zu 30 Stunden pro Ladung. Erhältlich ab dem 18. September, ab 1199 Franken (Pro) und 1299 Franken (Pro Max).
KI-Boom macht iPhone teuer
Was viele weniger freuen dürfte: iPhone 18 Pro und Pro Max kosten mit 256 und 512 Gigabyte je 100 Franken mehr als die Vorgänger. Beim 1-Terabyte-Modell beträgt der Aufschlag 300 Franken, bei 2 Terabyte sind es gar 500. Auffällig: Je mehr Speicher, desto happiger der Aufpreis. Genau dort steckt das Problem. Die Preise für Speicherchips sind explodiert. 16 Gigabyte kosteten im Frühling 2025 rund 42 Dollar, ein Jahr später 181 Dollar, schätzt das Marktforschungsunternehmen Counterpoint. KI-Rechenzentren saugen den Weltmarkt leer, die drei grössten Hersteller verkaufen lieber an Nvidia und Microsoft als an Handybauer. Bei Macs und iPads hat Apple die Preise bereits erhöht. Der abgetretene Chef Tim Cook sprach von einer «Jahrhundertflut». Entspannung erwarten Marktforscher frühestens Ende 2027.
Puls im Fünf-Sekunden-Takt
Die Apple Watch Series 12 (ab 369 Franken) und die Ultra 4 (ab 749 Franken) messen den Puls neu alle fünf Sekunden – 60-mal häufiger als bisher. Ein neuer Wert namens Tagesform verrät jeden Morgen, ob der Körper ein Training verträgt oder Erholung braucht. Bleiben die Airpods 5: Sie schlucken 50 Prozent mehr Lärm als der Vorgänger, sagt Apple, und kosten 119 Franken. Uhren und Ohrhörer stehen ab dem 18. September in den Läden. Die Ultra 4 zeichnet Trainings bis zu 45 Stunden lang auf. Genug für einen 100-Meilen-Ultramarathon.
Grosse Klappe: Das Kurz-Fazit des Apple Events
Wieder mal hat die Gerüchteküche geliefert. Praktisch alle Leaks haben sich am Apple-Event bewahrheitet. Hier eine Kurzübersicht.
iPhone 18 Pro und Pro Max:
Die Pro-iPhones gibts in neuen Farben und mit einer Kamera, bei der man erstmals die Blende verstellen kann.
Preis: Ab 1199 bzw. 1299 Franken
AirPods 5:
Die kabellosen Kopfhörer AirPods 5 kommen mit 50 Prozent mehr ANC (Active Noise Cancelling). Es handelt sich um die normalen AirPods, nicht die Pros.
Preis: 119 Franken (139 Fr. mit kabellosem Ladecase)
Apple Watch 12 und Apple Watch Ultra 4:
Auch bei den Uhren gibts neue Modelle. Die normale Apple Watch ist jetzt in der Version 12 draussen. Die Ultra in der Version 4.
Preis: ab 369 bzw. 749 Franken (Hermès Ultra 4 kostet 1409 Fr.)
iPhone Duo:
Das erste Falthandy von Apple ist auch das teuerste iPhone aller Zeiten.
Preis: ab 1999 Franken (mit 2 Terabyte Speicher kostet es sogar 3199 Franken)
Preis
Das Duo gibt es ab 1999 Dollar.
Zwei Akkus fürs Duo
In jeder Hälfte des Gerätes steckt ein eigener Akku, beide arbeiten laut Apple als einer zusammen. Apple verspricht bis zu 31 Stunden Video auf dem Innendisplay, 44 auf dem Äusseren. Neu ist auch das C2-Modem: bis zu 50 Prozent schneller als der Vorgänger und sparsamer.
Und der Knick?
Die Achillesferse jedes Foldables ist die Falte im Bildschirm. Apple kontert mit Materialschlacht. Mehrere Schichten gleiten beim Falten übereinander «wie Buchseiten», damit sich das Panel nicht verzieht. Darunter liegt eine Titanplatte, gestützt von Carbonfaser-Platten, das Scharnier besteht aus über 100 Präzisionsteilen, sagt der Hersteller. Gegen Spiegelungen gibts eine Nanotextur wie bei iPad und Mac. Ob und wie stark der Falz sichtbar ist, wird dann der erste Blick auf das Gerät nach dem Event zeigen.
iPhone Duo mit Ständer
Das iPhone Duo kann auch halb gefaltet stehen – wie ein Zelt auf dem Tisch, Videos schauen ohne Halter. Das System erkennt dank Sensoren in beiden Hälften jeden Winkel, sogar der Klang passt sich der Haltung an, sagt APple. Zwei Apps laufen gleichzeitig nebeneinander, dieselbe App auf Wunsch doppelt. Und der neue Standbymodus macht aus dem Falt-Phone eine Nachttischuhr mit Widgets für Musik, Kalender und Wetter.
Neue Designregeln
Das iPhone Duo zwingt Apple, alte Designregeln über Bord zu werfen. Das Dock steht neu vertikal, die Statusleiste ist kompakt in der Ecke, wichtige Bedienelemente wandern an den Rand. Wechselt man vom Aussen- zum Innendisplay, fliesst die Software nahtlos mit, Inhalte skalieren auf den grossen Bildschirm. Der Rahmen besteht aus Titan, auf Hochglanz poliert.
Pencil für das iPhone Duo
Das dürfte viele freuen: Der Apple Pencil läuft «later this year» auf dem iPhone Duo. Man kann also mit dem iPad-Stift in Zukunft auch auf dem iPhone rumkritzeln.
Jetzt die Zahlen. Innen misst das Display 7,6 Zoll – das sind laut Apple rund 50 Prozent mehr Fläche als beim iPhone 18 Pro Max und 80 Prozent mehr als beim 18 Pro. Der Aussenbildschirm schrumpft auf 5,4 Zoll, bietet aber 90 Prozent der Fläche eines 18 Pro. Entsperrt wird per Touch ID im Seitenknopf oder über die Apple Watch – Face ID fehlt tatsächlich. Farben gibts genau zwei: Star White und Night Sky. iPhone Duo gibt es weltweit nur als E-SIM-Modell.
iPhone Duo: So heisst das Falt-iPhone
Jetzt ist es raus. Apple zeigt ein erstes faltbares Smartphones. Es heisst iPhone Duo. Im Saal gibt es eine grosse Runde Applaus. Apple teilt gleich zum Start gegen die Konkurrenz aus: Andere Foldables fühlten sich an «wie zwei Handys, die unbeholfen zusammengeklebt wurden», sagt Ternus. Zugeklappt hat das iPhone Duo laut Apple etwa die Grösse eines Reisepasses. Aufgeklappt soll es sich anfühlen wie ein iPad – beide Displays haben das gleiche Seitenverhältnis, das Scharnier hält den Bildschirm komplett flach. Die beiden Hälften verbinden sich zu einem durchgehenden Rahmen. Und die FaceTime-Kamera? Versteckt sich unsichtbar hinter dem Display.
... one more thing
John Ternus ist zurück – also im Video und sagt den berühmten Satz von Steve Jobs. «One more thing» - heisst es geht nun um das Falt-iPhone.
Die Uhr hört mit
Apple lanciert Audio Intelligence – das Gegenstück zu Visual Incelligence. Die Watch erkennt Alarme, Türklingeln oder ein schreiendes Baby, gedacht vor allem für Gehörlose und Schwerhörige. Mit Live Rewind spult die Uhr 15 Sekunden zurück und zeigt als Text, was eben gesagt wurde. Und Siri Recap fasst Schlüsselmomente aus Gesprächen des Tages zusammen. Apple betont: Alles laufe privat und sicher direkt auf dem Handgelenk. Die Datenschutz-Diskussion dürfte trotzdem folgen.
Apple betont, die Nutzer entscheiden selbst, ob und wann mitprotokolliert wird. Möglich macht das der neue S11-Chip mit stromsparendem Always-on-Prozessor. Der Start erfolgt später dieses Jahr als Beta, zuerst auf Englisch. Wann Deutsch folgt, ist offen.
Mittwoch, 19 Uhr Schweizer Zeit. Apple öffnet das Steve Jobs Theater an seinem Hauptsitz in Cupertino. Das Motto für den Anlass: «Surprise and shine». Welche Geräte kommen, verrät der Konzern, wie üblich, nicht. Bestätigt sind bislang nur Datum, Uhrzeit und Slogan.
Doch zwei Premieren zeichnen sich ab. Die eine klappt man auf. Die andere heisst John Ternus (51). Der Ingenieur übernahm am 1. September den Chefposten von Tim Cook, acht Tage später führt er erstmals als neuer Apple-CEO durch eine Keynote. In seiner ersten Botschaft an die Belegschaft kündigte er den Anlass als «phänomenal» an. Das Portal Bloomberg spricht gar vom grössten Produktefeuerwerk der Firmengeschichte. Allerdings soll nicht gleich alles am 9. September verballert werden.
Gilt als gesetzt
Falt-iPhone: Berichten zufolge heisst das Gerät iPhone Ultra. Die Marktforscher von Trendforce erwarten 5,5 Zoll aussen, 7,8 Zoll innen, dazu den 2-Nanometer-Prozessor A20 Pro, zwölf Gigabyte RAM und zwei 48-Megapixel-Kameras. Ein Teleobjektiv fehlt. Entsperrt wird das Gerät per Fingerabdruck statt Face ID. Der Preis startet laut Trendforce bei 2099 bis 2299 Dollar, die grösste Speichervariante knackt eventuell die 3000-Dollar-Marke. Bloomberg-Reporter Mark Gurman hält das Gerät für das spannendste Apple-Produkt seit Jahren. Das Gerät dürfte es in den Farben Silber/Weiss und Indigo geben. Analyst Ming-Chi Kuo rechnet damit, dass Vorbestellungen für das Falt-iPhone erst im vierten Quartal starten könnten – und möglicherweise zuerst nur in den USA. Das wäre ein Dämpfer.
iPhone 18 Pro und 18 Pro Max: Neue Kameras, neue Farben. Trendforce erwartet 1249 bis 1299 Dollar fürs Pro, 1349 bis 1399 fürs Pro Max. Das wäre wohl ein Aufschlag von 10 bis 20 Prozent. Schuld soll die Speicherknappheit sein, ausgelöst durch KI-Rechenzentren. Leaker Sonny Dickson zeigte zuvor SIM-Einschübe in den Farben Silber, Dark Cherry und Sky Blue. Schwarz fehlte. Neu ist vor allem eine mechanische Blende für die Kamera, die sich verstellen lässt: Das soll mehr Kontrolle über Lichteinfall und die Schärfentiefe bringen. Laut Bloomberg bekommt sie das Pro Max, womöglich gar exklusiv. Vorbestellungen dürften laut der Gerüchteküche erst am Samstag, 12. September starten. In der Regel ist es der Freitag. Doch diese Woche fällt der Freitag auf den 25. Jahrestag der Anschläge in New York vom 11. September 2001. Apple verschob den Termin schon 2015 aus demselben Grund.
Apple Watch Series 12 und Ultra 4: Mark Gurman erwartet kein Redesign, dafür einen schnelleren Chip und ein Keramikgehäuse in Weiss und Dunkelgrau. Dazu überarbeitete Hinweise vor Bluthochdruck. Die Ultra soll Karten und Fotos über Satellit übertragen.
Airpods 5: in zwei Varianten mit und ohne Geräuschunterdrückung.
Möglich
Ein neues Apple TV und ein neuer Homepod Mini, beide mit schnellerem Prozessor für den KI-Assistenten Siri. Dazu der lange erwartete Home-Hub: ein quadratischer Bildschirm (ca. sieben Zoll) für Tisch oder Wand. Gurman erwartet das Gerät zwischen Oktober und Anfang 2027. Ein gutes Indiz: Apple baut derzeit die Zubehörwände in seinen Läden um, laut Gurman zu umfangreich für die blosse Modellpflege.
Später
Das reguläre iPhone 18 fehlt offenbar diesen Herbst. Apple verschiebt das Basismodell auf den Frühling 2027 und trennt damit erstmals die Lancierung von Pro- und Einstiegsgeräten. Auch hier liegt der Grund offenbar bei der knappen Verfügbarkeit von Speicherchips. Airpods mit eingebauter Kamera sollen 2027 folgen. Sie sollen Siri AI Bilder der Umgebung liefern. Ein iPad Mini mit OLED-Bildschirm wird bis Ende Oktober erwartet, ein iMac und ein Macbook Pro mit M6-Chip später im Jahr. Das erste Macbook mit Touchscreen kommt laut Gurman frühestens Ende 2026.
Schon da
Bereits Ende August lancierte Apple per Mitteilung neue Desktop-Rechner. Den Mac Mini mit M6-Chip gibt es hierzulande ab 899 Franken. Apple bewirbt ihn als Dauerläufer für KI. Der Rechner kann KI-Modelle lokal betreiben, ohne Cloud, ohne dass Daten das Haus verlassen. Das Einstiegsmodell kommt mit 32 GB Arbeitsspeicher. Grössere KI-Modelle laufen auf dem Mac Studio, ab 5499 Franken, ausgeliefert wird ab dem 22. September. Das KI-Monster mit 256 Gigabyte Arbeitsspeicher gibt es für 10'799 Franken. In der XXL-Version mit 16 TB Speicherplatz für 18'299 Franken.