Mit 14 Jahren habe ich meinen Vater und eine Schulkollegin verloren. Ich wurde also schon früh mit dem Tod konfrontiert. Als ich mit 23 Jahren erfahren habe, dass es eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin gibt, habe ich die Initiative ergriffen. Dazumal war ich schweizweit die jüngste Person, die diese Ausbildung machte.
Inzwischen bin ich ein Teil der Ausbildungsgruppe, arbeite als Teilzeit-Selbstständige und bin Präsidentin des Vereins für Familientrauerbegleitung. Neben der Gestaltung von Abschiedsfeiern besuche ich Familien, bei denen jemand gestorben ist. Häufig geht es um die praktische Hilfe. Ich begleite Personen auch bei Friedhofsbesuchen oder Aufbahrungen und mache verschiedene Abschiedsrituale mit den Betroffenen. Mit Kindern male ich manchmal sogar Särge an. Ich habe auch eine Kindertrauergruppe mit 16 Kindern.
In unserer Serie «Wir sind Blick» stellen wir dir jeden Samstag eine spannende Persönlichkeit aus der Blick-Community vor. Wir sind überzeugt, dass jede Leserin und jeder Leser eine interessante Geschichte zu erzählen hat.
Hast auch du eine spezielle Geschichte, ein besonderes Talent, eine einzigartige Sammlung oder sonst etwas Spannendes, das du mit der Community teilen willst? Dann melde dich via Mail an community@blick.ch!
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Es ist eine sehr individuelle Begleitung, angepasst darauf, was die Hinterbliebenen brauchen. Ich sehe Trauer als natürliche Reaktion und will nicht versuchen, das zu entziehen. Trauerarbeit ist Beziehungsarbeit. Man schaut, wie man die Verbindung über den Tod zur Person auf eine andere Art und Weise pflegen kann.
Meine Kunden sind ganz unterschiedlich. Es können Familien mit kleinen Kindern sein, aber auch Erwachsene, bei denen ein Hund gestorben ist. Die Trauer der Betroffenen färbt sich nicht auf mich ab. Mir ist bewusst, dass mein Mitleid nichts bringt – mein Mitgefühl dafür schon. Man kann den Betroffenen das Leid nicht abnehmen, aber sie unterstützen.
Besonders gut gefällt mir an meinem Beruf, dass er tiefgründig ist. Man kommt den Menschen näher. Häufig werde ich schräg angeschaut. Viele Leute verstehen nicht, wieso ich diesen Beruf ausübe, besonders in meinem Alter. Mit 33 Jahren kann ich heute aber sagen: Diese Berufung erfüllt mein Herz. Und man ist selten so nahe am Leben dran, wie wenn es um den Tod geht.