Das Konzept ist simpel: Rund 1000 rennbegeisterte Jugendliche mit den Jahrgängen 1997 bis 2001 gingen in den letzten Wochen auf sieben Schweizer Kartbahnen in Mietkarts auf Bestzeitenjagd. Die fünf Schnellsten jeder Bahn qualifizierten sich für die Ausscheidungsrunde auf der Kartbahn in Wohlen AG. Hier beweisen die jungen Talente vor den Rennprofis Fredy Barth, Nico Müller und Ken Allemann mit 100 km/h schnellen Rennkarts ihr Können auf der Piste und im Video-Interview ihre «medialen» Fähigkeiten neben der Strecke. Alles in der Hoffnung, von den prominenten Juroren in die Runde der letzte Zehn (siehe Box) befördert zu werden.
Viele haben schon Erfahrung
«Letztes Jahr verfügte nur etwa ein Viertel aller Teilnehmer bereits über Erfahrungen im Kartsport», sagt Barth. Der 38-jährige fungiert als Juror und Mitorganisator der Young Driver Challenge. «Mittlerweile hat sich unser Nachwuchsprojekt in der Kart-Szene herumgesprochen – heute ists genau umgekehrt. Drei Viertel der Kandidaten sitzen nun nicht zum ersten Mal am Steuer eines Rennkarts.»
«Wer im Rennsport langfristig Erfolg haben will, muss ein breites Anforderungsprofil erfüllen», betont AutoScout24-Direktor Christoph Aebi. «Gasgeben alleine reicht heute nicht mehr», ergänzt Seat-Schweiz-Marketingleiter Andreas Huwyler. «Nebst der nötigen Leidenschaft muss ein künftiger Rennfahrer Stressresistenz, Fitness, Marketing-Kompetenz und ein technisches Grundverständnis mitbringen.» Und was die Organisatoren an den beiden Ausscheidungstagen in Wohlen zu sehen bekommen, überzeugt. Aebi: «Dass bei den Jungen ein Bedürfnis und Interesse da ist, zeigen die rund 1000 Anmeldungen. Und dass unsere Ausscheidungskriterien stimmen, beweist der Erfolg des letztjährigen Gewinners Oliver Holdener, der heuer erfolgreich zur TCR-Germany-Serie gestartet ist.»
«Wer im Rennsport langfristig Erfolg haben will, muss ein breites Anforderungsprofil erfüllen», betont AutoScout24-Direktor Christoph Aebi. «Gasgeben alleine reicht heute nicht mehr», ergänzt Seat-Schweiz-Marketingleiter Andreas Huwyler. «Nebst der nötigen Leidenschaft muss ein künftiger Rennfahrer Stressresistenz, Fitness, Marketing-Kompetenz und ein technisches Grundverständnis mitbringen.» Und was die Organisatoren an den beiden Ausscheidungstagen in Wohlen zu sehen bekommen, überzeugt. Aebi: «Dass bei den Jungen ein Bedürfnis und Interesse da ist, zeigen die rund 1000 Anmeldungen. Und dass unsere Ausscheidungskriterien stimmen, beweist der Erfolg des letztjährigen Gewinners Oliver Holdener, der heuer erfolgreich zur TCR-Germany-Serie gestartet ist.»
Nur ein Mädchen
Bereits zum zweiten Mal dabei nach 2017 ist das einzige Mädel unter den 20 Deutschschweizer Finalisten, Simona Lekay. Die 19-jährige KV-Lehrtochter aus Murgenthal AG schaffte letztes Jahr dank Routine im Rennkart und schnellen Runden den Sprung in die Top-Ten. Tat sich dann aber beim Umstieg vom Kart aufs Auto schwer und gehörte schliesslich doch nicht zu den drei Gewinnern. Das soll heuer anders werden: «Mittlerweile nehme ich Autofahrstunden und hoffe, dass die Umstellung vom Kart zum Rennauto für mich nicht mehr so gross wie im letzten Jahr wird.» Doch erst muss Simona die Hürde in Wohlen schaffen.
Zum zweiten Mal im Final?
«Ein Vorteil meiner letztjährigen Teilnahme ist, dass ich weiss, was mich erwartet. Andererseits wird mich die Jury strenger beurteilen», weiss die zierliche Aargauerin, deren Vater in der Schweizer Kart-Szene kein Unbekannter ist. Dass sich die eher schüchtern wirkende Simona wohl etwas zu stark unter Druck setzt, beweist sie im ersten ihrer drei Stints im Rennkart. Obwohl von Fredy Barth noch auf den Gummiabrieb und die kalten Reifen hingewiesen, dreht sich Simona schon auf der ersten Runde. Auch beim anschliessenden Interview vor laufender Videokamera wirkt sie nervös. Prompt reicht es nicht für die erhoffte Qualifikation.
Sven hat sich vorbereitet
Da gehts der erst nächsten Monat 18 Jahre alt werdende Sven Haug aus Nürensdorf ZH deutlich lockerer an: «Ich erfuhr über Instagram von der Young Driver Challenge und dachte mir, da versuch ichs mal. Kart-Erfahrung hat er praktisch keine. «Ich fuhr im letzten Jahr erstmals einen Mietkart – und war fasziniert.» Und wie hat sich F1-Fan Sven für die heutige Ausscheidung vorbereitet? Der 17-jährige Gymnasiast nahm sich offiziell schulfrei und liess sich die letzten beiden Wochenenden von seinen Eltern nach Wohlen chauffieren, um dort die Strecke erstmals zu besichtigen und die schnelleren Mietkarts auszuprobieren. «Aber dieser Rennkart hier ist nochmals etwas ganz anderes», gibt er nach seinem ersten Qualilauf zu. Vor allem von der spontanen Gasannahme ist er überrascht.
Steigerung gefordert
Das Urteil des x-fachen Kart-Champions und Jurors Ken Allemann über Svens erste Fahrt: «Du warst schnell fürs erste Mal in einem Rennkart. Bei der Linie und beim Speed hast du aber noch Potential. Beim nächsten Lauf möchte ich eine Steigerung sehen.» Und diese gelingt Sven. Obwohl er froh ist, als er nach seinem zweiten Qualilauf abgewunken wird – «meine Arme und Hände schmerzen» - hat der Kart-Anfänger und Sohn des früheren Töff-Schweizermeisters und Vize-Europameisters Peter Haug ein zufriedenes Grinsen im Gesicht: Er hat die von der Jury gewünschten Fortschritte gezeigt. Und weil er auch beim anschliessenden Interview überzeugt, gehört Sven im Gegensatz zur enttäuschten Simona zu den zehn glücklichen Finalisten, für die sich am 18. Juni in Anneau du Rhin (F) der Traum einer Profi-Rennkarriere fortsetzt.
- Julien Apothéloz (17), Gockhausen ZH
- Giuliano Cucciolillo (21), Merenschwand AG
- Andrea Di Pietro (20), Taverne TI
- Karen Gaillard (16), Riaz FR
- Bryan Gerber (18), Rohrbachgraben BE
- Sven Haug (17), Nürensdorf ZH
- Steven Planchamp (18), Vouvry VS
- Francesco Ruga (21), Contra TI
- Elio Scolaro (17), Jona SG
- Leonardo Tinland (20), Chateau d‘Oex VD
- Julien Apothéloz (17), Gockhausen ZH
- Giuliano Cucciolillo (21), Merenschwand AG
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- Karen Gaillard (16), Riaz FR
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- Sven Haug (17), Nürensdorf ZH
- Steven Planchamp (18), Vouvry VS
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- Elio Scolaro (17), Jona SG
- Leonardo Tinland (20), Chateau d‘Oex VD