Der gewählte US-Präsident Donald Trump (70) formt nach und nach seine Regierung. Die wichtigsten Posten, so etwa die des Aussen- oder Verteidigungsministers, sind noch nicht besetzt. Trump hat nun ein «sehr gutes Treffen» mit David Petraeus (64) gehabt und ihn in den höchsten Tönen gelobt.
Ausgerechnet Petraeus: Er gilt als berühmtester lebender US-Militär. Er war Kommandeur in Afghanistan und Irak, leitete jahrelang die mächtige CIA. 2012 musste er nach einer Affäre mit seiner Biografin Paula Broadwell zurücktreten. Ihm wurde vorgeworfen, er habe ihr geheime Dokumente überlassen.
Hatte E-Mails nicht im Griff
Aufgeflogen ist das Ganze, weil FBI-Ermittler den E-Mail-Verkehr des Generals mit seinem Groupie überwacht haben. Er hat also einen E-Mail-Skandal im Lebenslauf – so wie Trumps Ex-Konkurrentin Hillary Clinton (69)
Petraeus gehört trotz seiner moralischen Verfehlung noch immer zur US-Elite. Und er sitzt im Vorstand des Atlantic Council, einer Denkfabrik, die so ziemlich das Gegenteil von Trumps Politik vertritt: Freihandel, Russland-Kritik und regen Austausch zwischen Wirtschafts- und Politikelite.
Trump lobt den Mann trotzdem in den höchsten Tönen: «Petraeus hat ein grosses Verständnis für die unterschiedlichen Herausforderungen.» Die nächsten Tage werden zeigen, ob das ausreicht, um ihn zum Aussenminister zu machen.
Trotzdem: Wenn Petraeus Aussen- oder Verteidigungsminister werden sollte, hat Trump einen Politiker mit problematischem E-Mail-Verkehr im Kabinett. Die Clinton-Fans werden das nicht lustig finden. (pma)