Auf einen Blick
- US-Journalist Austin Tice nicht auf Video gefunden
- Travis Pete Timmerman wurde nach Assad-Sturz freigelassen
- Tice seit August 2012 vermisst
Nach dem Sturz des Machthabers Bashar al-Assad in Syrien soll der vor mehr als zehn Jahren verschleppte US-Journalist Austin Tice angeblich lebend gefunden worden sein. Örtliche Journalisten veröffentlichten Fotos und Videos eines erschöpft und abwesend wirkenden Mannes mit Bart und Kapuzenpullover, der Tice sein soll.
Ein örtlicher Schutzwächter habe Tice in einem Dorf nahe Damaskus entdeckt, schrieb der syrische Journalist Mohammed Raschid bei X. Nach zwölf Jahren in den Gefängnissen der Assad-Regierung habe ein Anwohner ihn aufgenommen.
Doch jetzt ist klar: Es ist nicht Tice auf dem Video. Die Aufnahme zeigt Travis Pete Timmerman. Auch er stammt aus den USA. Er war zu Fuss als Pilger unterwegs, als er kurz nach der Grenze in Syrien festgenommen und ins Gefängnis gebracht wurde. Nach dem Sturz von al-Assad kam er frei.
Zellentüre wurde aufgebrochen
Gegenüber CBS News sagte Timmerman, er sei sieben Monate in einem syrischen Gefängnis festgehalten worden, nachdem er ohne Erlaubnis in das Land eingereist war und die Grenze zum Libanon überschritten hatte.
Er sagte, seine Zellentür sei am Montag von zwei mit AK-47 bewaffneten Männern aufgebrochen worden, berichtete CBS News, und verliess mit einer grossen Gruppe das Gefängnis, um zu versuchen, nach Jordanien zu gelangen.
Seine Zeit in dem syrischen Gefängnis sei «nicht so schlimm» gewesen. «Ich wurde nie geschlagen. Das einzig wirklich Schlimme war, dass ich nicht auf die Toilette gehen konnte, wenn ich wollte. Ich wurde nur dreimal am Tag rausgelassen, um auf die Toilette zu gehen.»
«Wir glauben, dass er am Leben ist»
Die Familie von Tice hofft derweil weiter, dass der Reporter wieder auftaucht. Die Familie hatte vor etwa einer Woche erklärt, sie wisse aus guter Quelle, dass der 43-Jährige am Leben sei. «Wir glauben, dass er am Leben ist», sagte auch US-Präsident Joe Biden und sagte, eine Rückkehr in die USA sei möglich.
Tice war als freier Journalist in Syrien, als ihn Unbekannte im August 2012 an einem Checkpoint in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus verschleppten. Wenige Wochen später tauchte nach Angaben seiner Familie ein Video auf, das Austin mit einer Gruppe Bewaffneter zeigte.
2022 teilte die US-Regierung mit, sie wisse mit Sicherheit, «dass er vom syrischen Regime festgehalten worden ist». Die syrische Regierung wies das damals zurück.