Darum gehts
- Auto fährt in Menschengruppe in München, mehrere Verletzte
- Täter ist afghanischer Asylbewerber (24)
- Ministerpräsident Söder spricht von Anschlag
Auch drei Wochen nach Anschlag noch Verletzte im Spital
Wie der Bayerische Rundfunk am Freitag berichtet, liegen auch drei Wochen nach dem Anschlag in München noch immer Verletzte im Spital. Das teilte die Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi für die Region München mit. «Wir sind immer noch stark betroffen und trauern auch immer noch und hoffen, dass die Kolleginnen und Kollegen, die noch verletzt sind und noch im Krankenhaus sind, bald wieder gesund werden», so Weber zum BR. Die Gewerkschaftsmitglieder, die schwere Verletzungen erlitten hätten, würden damit noch lange beschäftigt sein. Ein Afghane (24) war mit seinem Mini in eine Kundgebung der Gewerkschaft gefahren. Zwei Menschen starben.
Menschenkette versperrt AfD-Mitgliedern Weg zur Münchner Gedenkstätte
Nach dem mutmasslich islamistisch motivierten Anschlag in München haben Demonstranten am Tatort gegen die AfD protestiert. Sie bildeten am Sonntag eine Menschenkette, um AfD-Mitgliedern und -Anhängern, die dort Blumen niederlegen wollten, den Zugang zur provisorischen Gedenkstätte zu versperren, wie AFP-Reporter berichteten.
Sie wollten damit ein Zeichen gegen die politische Instrumentalisierung der Tat setzen. Die AfD-Vertreter legten ihre Blumen schliesslich in der Nähe des Anschlagsorts ab.
Familie der Opfer: Tod nicht benutzen, um Hass zu schüren
Nach dem Anschlag in München hat sich die Familie der beiden Verstorbenen gegen eine Instrumentalisierung des Todes von Mutter (†37) und Kind (†2) gewandt. Man wolle nicht, dass deren Tod benutzt werde, «um Hass zu schüren», heisst es in einer Stellungnahme von Angehörigen und Freunden, die auf der Webseite der Stadt München veröffentlicht wurde.
«Amel war ein Mensch, der sich für Gerechtigkeit eingesetzt hat», heisst es in dem Statement über die verstorbene Mutter. Sie «war aktiv für Solidarität, Gleichheit und setzte sich für Arbeitnehmer*innenrechte ein und gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Ihr war es sehr wichtig, ihrer Tochter diese Werte mitzugeben», schreibt die Familie. «Amel ist in Algerien geboren und ist mit vier Jahren nach Deutschland gekommen.» Sie studierte demnach Umweltschutz und lebte seit 2017 in München zuletzt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter Hafsa. Sie war als Ingenieurin für die Stadt tätig.
Die Familie und Freunde bedanken sich in ihrem Statement für Anteilnahme und Solidarität, bei Hilfskräften und Ärzten. Weiter äussern wollen sie sich nicht.
Auch Mutter (†37) des Mädchens tot
Wie nun bekannt wurde, ist auch die 37-jährige Mutter des Mädchens ihren Verletzungen erlegen. Die Frau hatte an der Demonstration der Gewerkschaft Verdi in der Seidlstrasse teilgenommen, um sich für mehr Lohn im Öffentlichen Dienst einzusetzen. Ihre Tochter nahm sie im Kinderwagen mit.
Bei dem Anschlag waren laut Polizei mindestens 39 Menschen verletzt worden. Die Frau und ihr Kind hatte es dabei am schlimmsten getroffen. Bilder vom Tatort zeigen einen zerstörten Kinder-Buggy hinter dem Mini, wie «Bild» schreibt – möglicherweise war die Zweijährige darin. Sie und ihre Mutter wurden von dem 1,3 Tonnen schweren Kleinwagen mit etwa 50 Kilometer pro Stunde erfasst und schwerst verletzt.
Kind (†2) nach Anschlag in München gestorben
Zwei Tage nach dem Anschlag in München ist ein zweijähriges Kind an seinen schweren Verletzungen gestorben. Das teilt das bayerische Landeskriminalamt mit.
Das Mädchen war mit seiner Mutter in der Menschenmenge, als der 24-jährige Afghane in die Demonstration gerast war. Dabei wurde es schwer verletzt, seine Mutter schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.
Am Nachmittag kam Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zum Anschlagort und legte eine weisse Rose an einem improvisierten Gedenkort nieder.
Farhad N. im Verhör
Wie Oberstaatsanwältin Gabriele Tilmann am Freitag bekannt gab, habe der 24-jährige Afghane nach der Tat «Allahu Akbar» gerufen. Er gestand, absichtlich in die Menschenmenge gefahren zu sein. Nach seiner Festnahme soll er weiter gebetet haben.
Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, habe Farhad N. dann auf dem Polizeipräsidium «klar strukturierte Angaben zu seinem Leben sowie dem sozialen Umfeld und seinen wirtschaftlichen Verhältnissen» gegeben. Nach einer Pause soll er dann erklärt haben, dass Allah ihm die Tat befohlen habe. Farhad habe «alle ins Paradies schicken» wollen. Danach habe die Polizei das Verhör abbrechen müssen, weil N. immer wirrere Aussagen gemacht habe.
Afghane nach Anschlag in Untersuchungshaft
Nach dem Anschlag auf eine Demo in München sitzt der Fahrer in Untersuchungshaft. Das habe ein Ermittlungsrichter unter anderem wegen des dringenden Verdachts auf 39-fachen versuchten Mord angeordnet, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit. Die Ermittler gingen von Heimtücke, niedrigen Beweggründen und gemeingefährlichen Mitteln aus. Der Mann sitze inzwischen in einem Gefängnis.
Klinik-Direktor zum Zustand der Schwerverletzten: «In stabilem, aber kritischem Zustand auf der Intensivstation»
Ein zweijähriges Mädchen im zum LMU Klinikum gehörenden Haunerschen Kinderspital liegt in kritischem Zustand auf der Intensivstation. «Nach einer Notfall-Operation gestern liegt das Kind in stabilem, aber kritischem Zustand weiter auf der Intensivstation», sagt Oliver Muensterer, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie. «Eine Prognose über den weiteren Verlauf können wir derzeit nicht abgeben.»
Oberstaatsanwältin: Täter hatte «islamistische Tatmotivation»
Nun informiert die leitende Oberstaatsanwältin Gabriele Tilmann über den Stand der Ermittlungen. Der Täter, ein 24-jähriger Afghane, kam 2016 als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland. Er war nicht ausreisepflichtig und hatte keine Vorstrafen.
Er bezeichnete sich als religiös und besuchte regelmässig die Moschee. Auf Instagram präsentierte er sich als Athlet und Fitnessmodell, postete aber auch religiöse Inhalte.
Nach der Tat rief er «Allahu Akbar» und gestand, absichtlich in die Menge gefahren zu sein. «Ich würde mich schon trauen, von einer islamistischen Tatmotivation zu sprechen», so die Oberstaatsanwältin. Betont aber auch, dass es keine Hinweise auf Verbindungen zu Terrororganisationen gibt. Der Beschuldigte wird dem Haftrichter vorgeführt.
Vizepräsident des LKA zu Täter: «Gewisse islamistische Ausrichtung»
Nun spricht der Vizepräsident des LKA. Die Soko Seidelstrasse des Landeskriminalamts Bayern (BLKA) werde die Ermittlungen übernehmen. Es gehe nun darum, das Umfeld des Täters auszuhellen. Man werde nun Beweismittel auswerten müssen. Auch das Handy des Täters werde weiter untersucht, das habe bereits teilweise in der Nacht stattgefunden. Nach einer bisherigen Auswertung der Handydaten sei «eine gewisse islamistische Ausrichtung» festgestellt worden.
Auch der Satz «Vielleicht bin ich morgen nicht mehr da» soll im Zusammenhang mit dem mutmasslichen Täter aufgetaucht sein.
Für einen möglichen Mittäter gebe es derzeit keine Anhaltspunkte. Ein Arbeitskollege des mutmasslichen Täters meinte, dieser sei «gestern etwas durch den Wind gewesen», erklärt Limmer.
In der deutschen Grossstadt München ist ein Auto in eine Menschengruppe gefahren, wie die Polizei auf der Plattform X schreibt. Mehrere Personen wurden bei dem Vorfall, der sich gegen 10.30 Uhr ereignete, verletzt. «Bild» schreibt von 15 Verletzten.
Der Mini Cooper fuhr in der Dachauerstrasse Ecke Seidlstrasse – in der Nähe des Hauptbahnhofs – in den Demozug einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi. Ein junger Mann sei von der Polizei abgeführt worden, wie die BR-Journalistin Sandra Demmelhuber auf X schreibt. «Menschen sitzen weinend und zitternd am Boden», so Demmelhuber weiter. «Der Fahrzeugführer konnte vor Ort gesichert werden, von ihm geht derzeit keine weitere Gefahr aus», verkündete die Polizei um kurz nach 11 Uhr auf X.
Ein Augenzeuge berichtete gegenüber BR24, dass das Auto vorsätzlich in die Menschenmenge gefahren sein soll. Andere Augenzeugen erklärten, ein Mann sei angeschossen und weggetragen worden. Ob es sich dabei um den Abgeführten handelt, ist unklar.
Mini Cooper fährt in Streikende
Die Einzelheiten des Vorfalls sind noch unklar. Polizei und Krankenwagen waren vor Ort. Wie schwer die Menschen verletzt wurden, war zunächst unklar.
Am Donnerstag wird im deutschen Bundesland Bayern den ganzen Tag über im öffentlichen Dienst gestreikt. Betroffen sind unter anderem Kindertagesstätten und städtische Referate in der Landeshauptstadt.