Experten warnen vor Folgen
Süsswasser fliesst weltweit in alarmierendem Tempo ab

Die globalen Süsswasservorräte gehen dramatisch zurück: 2025 verlor die Erde 1400 Gigatonnen Gletschermasse. Experten warnen vor den Folgen für Wasserversorgung, Wirtschaft und Menschheit.
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Der Stausee Lago di Montespluga in Italien ist praktisch ausgetrocknet. Besonders im Sommer ist die Lage prekär.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz litt 2025 unter Trockenheit, schmelzenden Gletschern und Wassermangel
  • Zwischen 2023 und 2025 verschwanden weltweit 1400 Gigatonnen Gletschermasse
  • Nur 34 bis 38 Prozent der Flüsse hatten 2025 normale Wasserstände
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Janine EnderliRedaktorin News

Wenig Wasser in den Flüssen, sinkende Grundwasserspiegel und schmelzende Gletscher: Die weltweiten Süsswasserreserven geraten zunehmend unter Druck. Das zeigt der neue Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zur globalen Wasserlage.

Dabei geht es nicht nur um ein einzelnes Jahr. Zwar war 2025 eines der trockensten Jahre für die Flüsse seit mehr als drei Jahrzehnten. Entscheidend ist jedoch die längerfristige Entwicklung. Diese hat sich verändert.

Immer weniger Flüsse im Normalbereich

Wie stark sich die Lage verändert hat, zeigt der Blick auf die Flüsse: 2025 lagen die Abflussmengen auf rund 36 Prozent der weltweiten Einzugsgebietsfläche unter dem Normalwert. Nur 34 bis 38 Prozent der Flussgebiete wiesen normale Wasserstände auf – und damit deutlich weniger als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Damals lag der Anteil bei 46 Prozent.

Das bedeutet nicht, dass überall auf der Welt gleichzeitig Wassermangel herrscht. Der Wasserkreislauf wird vielmehr unberechenbarer: Während manche Regionen unter Dürre und sinkenden Pegeln litten, wurden andere von überdurchschnittlichen Abflüssen oder Überschwemmungen getroffen. Die WMO spricht deshalb nicht nur von weniger Wasser, sondern auch von einer zunehmend ungleichmässigen Verteilung.

«Wir zehren von den Reserven»

Besonders besorgniserregend sind für die WMO die sogenannten langsamen Wasserspeicher. Grundwasser, Gletscher und saisonale Schneedecken reagieren nicht innerhalb von Tagen auf Regen oder Trockenheit. Sie speichern Wasser über Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte – und können dadurch trockene Phasen abfedern.

Celeste Saulo, Generalsekretärin der WMO, vergleicht diese Reserven deshalb mit einem Wassersparbuch: In normalen Zeiten wird es aufgefüllt, in trockenen Zeiten greift die Gesellschaft darauf zurück. «Diese Reserven haben schlechte Jahre abgefedert, damit eine einzelne Dürre oder eine einzelne trockene Jahreszeit nicht unmittelbar zu einer Wasserkrise führt», sagte Saulo. «Wir zehren von diesem Wassersparbuch.»

Gletscher schmelzen weg

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Gletschern. Auch die Gletscherverluste haben sich 2025 weiter verschärft. Zwischen 2023 und 2025 verlor die Erde insgesamt 1400 Gigatonnen Gletschermasse. Zum Vergleich: Diese Menge würde ausreichen, um 560 Millionen olympische Schwimmbecken zu füllen oder ein Drittel des jährlichen globalen Süsswasserverbrauchs zu decken, heisst es in der Bilanz. 

Beim Grundwasserspiegel waren Zentral- und Osteuropa 2025 besonders betroffen. Kaum woanders sei das Defizit gegenüber dem Zeitraum 2014 bis 2024 so gross gewesen, heisst es. 

Grosse Unterschiede in Europa

Auch in der Schweiz verschwanden dieses Jahr einige Gletscher. Der Bella-Tola-Gletscher im Wallis ist praktisch nicht mehr existent. Ähnlich ist die Lage am Urirotstock-Gletscher in den Urner Alpen. 

Die beiden Gletscher sind allerdings nicht innerhalb eines einzigen Sommers «verschwunden». Ihr Ende ist das Ergebnis eines über Jahrzehnte anhaltenden Masseverlusts. Die Hitze und die geringen Schneemengen im Winter 2025/26 haben diesen Prozess lediglich beschleunigt. 

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