Anders als bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr, sind Schweizer noch zurückhaltend, was das Hamstern von WC-Papier betrifft. Ganz anders bei unserem nördlichen Nachbarn. Das Horten von Klopapier ist wieder in vollem Gange. Die Lage scheint ernst. Angesichts der Engpässe musste sich jetzt auch die Regierung einschalten. Gesundheitsminister Jens Spahn (49) stellt klar: Es gibt kein unbeschränktes Recht auf saugfähiges Papier.
Das Wort «Klopapier» nahm der Minister nicht in den Mund. Er umschrieb das begehrte Papier, das Deutschland enerviert, als «Küchenrolle»: «Es gibt jetzt, glaube ich, kein Grundrecht auf Küchenrollen», sagte Spahn der «Bild». Dies, nachdem Verkehrsminister Andreas Scheuer (46) dem Land noch im Oktober eine offizielle Klopapier-Garantie zugesichert hatte.
Erinnerungen an DDR werden wach
Gefragt, ob er den Bürgern auch versprechen könne, dass es im Verlauf der Pandemie immer genug Klopapier geben werde, sagte Scheuer: «Ja!». Schliesslich ist er als Verkehrsminister auch für Lieferketten auf der Strasse zuständig.
Noch scheint der Nachschub gesichert. Doch mit der Rationierung von Toilettenpapier in vereinzelten Läden würden Erinnerungen an die DDR wach, heisst es. (kes)