Noch gibt es wenig bekannte Omikron-Fälle weltweit. Noch sind darum wenige Daten über die neue Variante verfügbar. Erkenntnisse und Meinungen gehen deshalb teilweise stark auseinander.
Der deutsche Virologe Christian Drosten sagte Anfang Dezember etwa, er erachte die grosse Zahl von schweren Omikron-Verläufen bei Kindern als «besorgniserregend». Dabei nahm er Bezug auf Zahlen aus Südafrika, wo sich Omikron zuerst verbreitete. Dortigen Berichten zufolge betreffen ein Fünftel der Krankenhaus-Aufnahmen Kinder im Alter von unter zehn Jahren.
Das hat in Deutschland hitzige Debatten ausgelöst. Denn die Booster-Impfung ist für Kinder und Jugendliche nicht zugelassen. Doch nun kommt der Kinderarzt Jörg Dötsch zu einem anderen Urteil. Der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln sagte am Donnerstag dem TV-Sender WDR: «Wir wissen glücklicherweise, dass die anfängliche Sorge, Omikron könnte bei den Kindern schwerer verlaufen, nicht stimmt. Die südafrikanischen Daten wurden erneut ausgewertet und haben gezeigt, dass keine wesentlich schwereren Verläufe gegenüber der Delta-Variante auftreten.»
Zahlen haben sich angenähert
Es sei zwar richtig, dass die Hospitalisierungsrate von Kindern mit der Omikron-Welle um ein Fünftel angestiegen sei. Allerdings sei diese Rate in der Delta-Welle davor um die Hälfte zurückgegangen, sagt der Kinderarzt. Bedeutet: Das Verhältnis zu den Erwachsenen-Zahlen hat sich unter Omikron nur wieder ein bisschen angenähert. Dötsch hatte auch noch weitere gute Neuigkeiten: «Gegenüber den ursprünglichen Varianten haben wir in Südafrika zumindest unter Omikron nach wie vor keine schwereren Verläufe»
Wie gefährlich Corona für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist, werden die nächsten Wochen zeigen. Denn schon bald werden sehr viele Daten zur neuen Virus-Variante zur Verfügung stehen. Dafür wird die schnelle Verbreitung von Omikron sorgen. (vof)