Darum gehts
Wladimir Putin will Waffenstillstand nur unter bestimmten Bedingungen
US-Präsident Donald Trump drängt auf Einigung zwischen Ukraine und Russland
Putin beruft 160'000 Männer zum Wehrdienst ein
Viele Tote nach russischem Raketenschlag auf Heimatstadt von Selenski
In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind durch einen russischen Raketenschlag nach Behördenangaben mindestens sechzehn Menschen getötet worden, darunter sind sechs Kinder. Mehr als 50 weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Olexander Wilkul, bei Telegram mit.
Autos und Garagen seien in Brand geraten und mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt worden, erklärte Gebietsgouverneur Serhij Lyssak. Die Heimatstadt von Präsident Wolodimir Selenski liegt gut 70 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Laut dem ukrainischen Präsidenten stehen zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. Auf X schreibt Selenski: «Jeden Tag gibt es russische Anschläge. Jeden Tag sterben Menschen. Es gibt nur einen Grund, warum das so weitergeht: Russland will keinen Waffenstillstand, und wir sehen das. Die ganze Welt sieht es. Jede Rakete, jede Angriffsdrohne beweist, dass Russland nur den Krieg will.»
Der ukrainische Staatschef forderte, den Druck auf Moskau zu erhöhen: Amerika, Europa und der Rest der Welt hätten genügend Möglichkeiten, um Russland zu zwingen, Terror und Krieg einzustellen.
Trump will «direkte Verhandlungen» mit Teheran über Atomabkommen
Nach seinen Drohungen gegen Teheran hat US-Präsident Donald Trump für «direkte Verhandlungen» mit dem Iran über ein neues Atomabkommen plädiert. «Das geht schneller und man versteht die andere Seite viel besser, als wenn über Vermittler verhandelt wird», sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten.
Noch am Sonntag hatte Trump Teheran mit «Bombardierungen» gedroht, sollte es keine Einigung im Streit um das Atomabkommen geben. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, antwortete daraufhin, es werde «definitiv einen starken Gegenangriff» geben, sollten die USA ihre Drohungen in die Tat umsetzen.
Der Iran hatte kürzlich deutlich gemacht, dass er lediglich zu indirekten Verhandlungen bereit sei, solange die USA ihre «Herangehensweise» nicht änderten. «Ich denke, dass sie besorgt sind, dass sie sich verletzlich fühlen», sagte Trump daraufhin am Donnerstag. «Sie wollen direkte Verhandlungen», fügte er hinzu, ohne weitere Details zu nennen.
Nato-Kreise: Trump verliert die Geduld mit Putin
Bei ihren Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine verlieren die USA nach Angaben aus Nato-Kreisen die Geduld mit Russland. Aussenminister Marco Rubio (53) machte bei einem Bündnistreffen in Brüssel deutlich, dass Präsident Donald Trump (78) die aktuelle Hinhaltetaktik von Russlands Präsident Wladimir Putin (72) vermutlich nicht mehre lange akzeptieren werde. «Präsident Trump wird nicht ewig verhandeln», warnte Rubio.
Es gehe dabei eher um «Wochen als um Monate», ergänzte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen des Treffens. Zudem stellte Rubio fest, dass Russland «den teilweisen Waffenstillstand in den vergangenen Wochen mehrfach gebrochen hat.»
Unklar blieb demnach allerdings, wie die USA in dem Fall reagieren würden, dass Putin seinen Kurs nicht ändert. Als Optionen gelten neue US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft, aber auch neue Waffenhilfen für die Ukraine.
Europäer wollen Ukraine in Verhandlungen unterstützen – Kreml sieht «keine Signale»
Russlands Präsident Wladimir Putin (72) hat nach Kreml-Angaben noch kein Signal der Europäer für mögliche Gespräche über ein Ende des mehr als drei Jahre währenden Ukraine-Krieges erhalten. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete, am Freitag vor Medien.
Hintergrund: Finnlands Präsident Alexander Stubb hatte gesagt, dass ein oder zwei europäische Unterstützer der Ukraine mit Moskau verhandeln sollen. Als Beispiele schlug er Grossbritannien und Frankreich vor. Die «Koalition der Willigen» besteht aus europäischen Ländern, die im Ukraine-Krieg eine führende Rolle übernehmen und Kiew unterstützen wollen. Welche Ziele diese Koalition hat, liest du hier.
Russland sieht Europa nicht als Gesprächspartner
Dies kommt für den Kreml jedoch derzeit nicht infrage. Russland wiederum betrachtet bislang nur die USA als Gesprächspartner über den Krieg – nicht die Europäer und auch nicht die Ukraine selbst.
Dementsprechend dürfte der Vorschlag Stubbs den Kreml nur mässig interessieren. «Bislang gab es keinerlei Signale», sagte Peskow.
Russische Drohnenangriffe auf Charkiw, Dnipro und Saporischschja fordern vier Tote
In der Nacht auf Freitag wurde über weiten Teilen der Ukraine erneut Luftalarm ausgelöst. Die Grossstadt Charkiw im Osten wurde von mehreren russischen Kampfdrohnen angegriffen. Dabei seien mindestens vier Menschen getötet worden, teilt Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Weitere 32 Personen seien verletzt worden.
Auch im Gebiet Dnipropetrowsk gab es heftige Angriffe mit Drohnen des iranischen Typs Shahed, wie der Verwaltungschef Serhij Lysak auf Telegram mitteilt. Besonders betroffen sind demnach die Städte Dnipro und Kamianske. In Dnipro seien drei Menschen verletzt worden. Es habe Brände gegeben, Verwaltungsgebäude seien beschädigt worden.
Im Gebiet Saporischschja wurde nach Angaben der Militärverwaltung ein 63 Jahre alter Mann bei einem Drohnenangriff verletzt und zivile Infrastruktur zerstört. Auch über der Hauptstadt Kiew war die Flugabwehr im Einsatz. Laut der regionalen Militärverwaltung wurde ein Mann verletzt.
Nach russischen Angaben wurden über den Grenzregionen Kursk und Orjol mehrere ukrainische Drohnen abgefangen.
Selenski deutet Kursk-Offensive trotz Rückzug als Erfolg
Trotz des weitgehenden Rückzugs ukrainischer Truppen aus der russischen Region Kursk sieht Präsident Wolodimir Selenski den Vorstoss auf Feindgebiet als Erfolg. «Es ist absolut fair, den Krieg dorthin zu verlagern, wo er herkommt», sagte Selenski in einer Videobotschaft.
Er zeichnete das Video nach eigenen Angaben in der ukrainischen Grenzregion Sumy auf, von der aus die Ukrainer im August 2024 auf russisches Gebiet vorgedrungen waren. Mit den Kommandeuren der noch in Kursk kämpfenden Einheiten habe er besprochen, welche Ausrüstung und Unterstützung sie benötigten. «Wir arbeiten daran, unsere Stellungen zu schützen», sagte Selenski.
Im vergangenen Sommer hatten die ukrainischen Truppen rasch etwa 1300 Quadratkilometer russisches Territorium unter Kontrolle gebracht. Davon sind Karten ukrainischer Militärbeobachter zufolge nur kleine Reste direkt an der Grenze geblieben. Im März eroberte Russland die Kreisstadt Sudscha zurück.
Rund 900'000 russische Soldaten getötet oder verletzt
Die russischen Verluste im Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Einschätzung der Nato zuletzt weiter erheblich gestiegen. Ein ranghoher Nato-Beamter sprach in Brüssel am Rande eines Aussenministertreffens von bis zu 250'000 Toten. Insgesamt bezifferte er die Zahl der getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf etwa 900'000.
Rund 11'000 Nordkoreaner getötet
Zum Hintergrund der stark gestiegen Zahlen sagte der Nato-Beamte, ein grosser Teil sei darauf zurückzuführen, dass es zuletzt eine Ausweitung der Kampfzonen gegeben habe. Zudem seien auch Militäroperationen zum Teil etwas intensiver gewesen.
Die Zahl der im Einsatz für Russland getöteten Soldaten aus Nordkorea bezifferte er auf rund 1500. Etwa 3500 weitere wurden demnach verwundet. Die Gesamtzahl der in der russischen Grenzregion Kursk stationierten Nordkoreaner gab der Nato-Beamte mit rund 11'000 an. 3500 weitere wurden den Angaben zufolge im Januar und Februar zu Trainingszwecken nach Russland geschickt.
Kreml-Sondergesandter führt erstmals Gespräche in Washington
Ein Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin (72) wirbt in Washington bei Treffen mit US-Spitzenbeamten um eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gegen Russland.
Es ist ein erster solcher Gesprächsbesuch seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der Chef des staatlichen Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFDI), Kirill Dmitrijew, teilte nach seiner Ankunft in seinem Telegram-Kanal einen Medienbericht, nach dem Moskau US-Präsident Donald Trump gebeten habe, «einige der Sanktionen aufzuheben – im Rahmen der Verhandlungen über eine Waffenruhe unter Vermittlung der USA».
Derzeit steckten die Gespräche zur Ukraine in der Sackgasse, hiess es in dem von Dmitrijew geteilten Bericht, nach dem Trump sauer sei über fehlende Fortschritte. Trump hatte mehrfach erklärt, er wolle ein Ende des Krieges erreichen. Dmitrijew sagte, er sei deshalb im Auftrag Putins in Washington. Putin hatte sich bei einem Telefonat mit Trump im März zu einer Waffenruhe bereit erklärt – er stellte aber Bedingungen, darunter auch die Aufhebung einiger Sanktionen.
Nato-Chef: USA wollen Präsenz in Europa nicht «plötzlich verringern»
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat Befürchtungen vor einem baldigen Abzug von US-Truppen aus Europa zurückgewiesen. «Es gibt keine Pläne, dass sie ihre Präsenz hier in Europa plötzlich verringern», sagte Rutte am Donnerstag am Rande des Nato-Aussenministertreffens in Brüssel. Gleichzeitig sei klar, dass «Amerika als Supermacht mehr als einen Schauplatz zu bedienen hat», fügte er unter Verweis auf China und den Indopazifik hinzu.
Beim zweitägigen Treffen der Aussenministerinnen und Aussenminister soll über die Zukunft des transatlantischen Bündnisses diskutiert werden, insbesondere über eine weitere Steigerung der Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Mitglieder und Kanadas.
Pilot stirbt bei Bomber-Absturz in Sibirien
Ein russischer Mittelstreckenbomber Tupolew Tu-22M3 ist nach Militärangaben bei einem Übungsflug in Sibirien abgestürzt. Die Besatzung von vier Männern habe sich aus dem Flugzeug herauskatapultiert, ein Pilot sei dabei ums Leben gekommen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Wie ein User auf X schreibt, sollen die Trümmer des 300 Millionen Dollar teuren Bombers auf Stromleitungen gefallen sein und in der Gegend einen Stromausfall verursacht haben.