Nach 100 Tagen im Amt spricht US-Präsident Joe Biden (78) über all das, was er bislang erreicht hat. Vor allem spricht er dabei über die Corona-Lage. Er feiert seine Impferfolge. «Statt 100 Millionen Impfungen konnten wir 220 Millionen Impfdosen verteilen», preist Biden an.
«Wir impfen das Land. Wir schaffen Hunderttausende von Arbeitsplätzen. Wir liefern echte Ergebnisse, die die Menschen sehen und in ihren eigenen Leben spüren können.»
USA wollen Corona-Impfstoff in Welt verteilen
Er verkündet dann: Die USA werden andere Länder mit Corona-Impfstoffen versorgen, zunächst sei jedoch jeder in den USA dran. Amerika werde für die Welt ein «Waffenlager für Impfungen» sein, genauso wie die USA im Zweiten Weltkrieg das Zeughaus der Demokratie gewesen seien, sagte Biden.
Kein Land könne alleine mit der Pandemie fertig werden, betonte Biden. «Es gibt keine Mauer, die hoch genug wäre, jegliche Viren abzuhalten», sagte er. Es wurde bereits angekündigt, dass die USA 60 Millionen Astrazeneca-Impfdosen verschenken werden.
Biden schreibt Geschichte
Weiter sagt Biden, als Präsident habe er ein Land inmitten einer Krise übernommen: Die USA hätten die schlimmste Pandemie binnen eines Jahrhunderts und die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Grossen Depression.
US-Präsident Joe Biden schreibt mit seiner Rede jedoch schon in der ersten Minute Geschichte. «Frau Sprecherin, Frau Vizepräsidentin – diese Worte hat noch kein US-Präsident gesagt. Und es wurde Zeit, das sagen zu können», sagt Biden an Nancy Pelosi (81) und Kamala Harris (56) gerichtet.
Er motiviert in seiner Rede, verbreitet Aufbruchstimmung: «Jetzt – nach nur 100 Tagen – kann ich der Nation berichten: Amerika ist wieder in Bewegung. Verwandelt Gefahren in Möglichkeiten. Krise in Chancen. Rückschlag in Stärke.»
Republikanische Unterstützung für Corona-Hilfspaket?
Doch Biden redet sich auch Tatsachen schön. «Wir haben unser Versprechen gehalten, Republikaner und Demokraten, und wir schickten 1.400 Dollar Rettungsschecks an 85 Prozent aller amerikanischen Haushalte», sagt er. Dabei ignoriert er die Tatsache, dass die Republikaner nie hinter seinem Milliarden-Hilfspaket standen.
Joe Biden musste das Corona-Hilfspaket mit einer einfachen Mehrheit durch den Senat bringen. Die «New York Times» schreibt dazu: «Biden spricht gerne von politischer Einigkeit, auch wenn es wenig Beweise dafür gibt, dass sie existiert.» (euc)