Darum gehts
- Trump beschliesst weltweit wechselseitige Zölle, treffen US-Handelspartner hart
- Schweiz, EU und China besonders betroffen, Arzneimittel und Gold ausgenommen
- Zölle von 31 Prozent auf Schweizer Exporte, 20 Prozent auf EU-Importe angekündigt
Um 22.30 Uhr am späten Mittwochabend ist klar: Trump beschliesst weltweit wechselseitige Zölle, welche die US-Handelspartner hart treffen. Besonders für die Konkurrenten China und die EU ist das eine Kampfansage, doch Trump nimmt auch die Schweiz ins Visier. Von der Ankündigung bis zu den Reaktionen – die wichtigsten Punkte im Überblick.
Das hat Trump verkündet
Vor den Medien kündigte Trump zunächst einen Basiszoll von zehn Prozent für alle Importe in die USA an. Für die «schlimmsten Übeltäter» kommen noch spezifischere, besonders hohe Zölle hinzu. Laut dem Weissen Haus erheben diese Länder höhere Zölle auf US-Waren, errichten «nichttarifäre» Handelshemmnisse für die USA oder untergraben die amerikanischen Wirtschaftsziele. Hierzu zeigte der Präsident eine Liste.
Wie die Schweiz betroffen ist
Schweiz: Donald Trump nimmt auch die Schweiz ins Visier. In der Rede vom Mittwochabend kündigte er Zölle von 31 Prozent auf Exporte aus der Schweiz an. Die Zölle sollen eine Reaktion auf die Zölle von 61 Prozent sein, welche die Schweiz angeblich auf US-Produkte erhebt. Darin enthalten seien auch Währungsmanipulation und Handelshemmnisse.
EU-Länder: Importe aus der Europäischen Union werden laut Trump mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt.
China: Hier gilt laut Trump sogar ein Zoll von 34 Prozent.
Diese Länder sind am stärksten betroffen: Für das afrikanische Land Lesotho erhob Trump sogar einen Zoll von 50 Prozent, ebenso für die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon, ein französisches Überseegebiet. Kambodscha und Laos werden mit Zöllen in Höhe von 49 respektive 48 Prozent belegt. Auch Madagaskar trifft es hart: 47-Prozent-Zoll.
Diese Güter sind ausgenommen
Das Weisse Haus hat einige Ausnahmen veröffentlicht, für die die reziproken Zölle nicht gelten. Arzneimittel fallen beispielsweise unter diese Sonderregeln. Diese Branche ist auch für die Schweiz von grosser Bedeutung. Auch Goldbarren fallen nicht unter die neue Ankündigung – auch diese Nachricht ist gut für die Schweizer Exportwirtschaft. Die weiteren Ausnahmen sind: Holzartikel, Energie und Mineralien, die in den USA nicht verfügbar sind, sowie Kupferprodukte wie Leiter und Halbleiter.
Hinzu kommt: Da für Autos und Autoteile bereits ein Zoll von 25 Prozent gilt, ist diese Branche von der jüngsten Regelung ausgeschlossen.
So fielen die ersten Reaktionen aus
Schweiz: Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter (61) hat sich bereits eine halbe Stunde nach Bekanntgabe zu Trumps Zollankündigungen geäussert. In einer Mitteilung auf X schreibt sie, dass der Bundesrat die Zoll-Entscheide der USA zur Kenntnis nehme. «Er wird rasch das weitere Vorgehen festlegen. Im Vordergrund stehen die langfristigen wirtschaftlichen Interessen des Landes», so Keller-Sutter weiter. «Treue zum internationalen Recht und Freihandel bleiben zentrale Werte.»
EU: Die Europäische Union hat am Donnerstagmorgen reagiert. «Wir finalisieren bereits das erste Massnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Massnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer Staaten in Usbekistan. Zuvor gab von der Leyen an, Trumps Entscheid sei «ein Schlag gegen die Weltwirtschaft».
China: China hat den USA nach der Verkündung weiterer Zölle durch US-Präsident Donald Trump mit Gegenmassnahmen gedroht. Die Volksrepublik habe die Ankündigung wechselseitiger Zölle zur Kenntnis genommen und lehne diese entschieden ab, teilte das Handelsministerium mit. Die wechselseitigen Zölle, die auf «subjektiven und einseitigen Einschätzungen der USA» beruhten, stünden nicht im Einklang mit den internationalen Handelsregeln, kritisierte das Handelsministerium. «Rechte und Interessen der betroffenen Parteien» würden untergraben, es handele sich um eine «typisch einseitige Art der Schikane».
Wie es jetzt weitergeht
Die ersten reziproken Zölle (Basissatz) treten am 5. April in Kraft. Die höheren Zölle, die Trump angekündigt hat, gelten ab Mittwoch, 9. April.
Trump hat zudem einen nationalen Notstand ausgerufen, da laut den Handelsdefiziten mit anderen Ländern sicherheitspolitische und wirtschaftliche Risiken bestehen. Die Zölle bleiben so lange in Kraft, bis laut Trump diese Risiken «minimiert» werden.