Regen in Bahrain – Bortoleto wieder vor Hülkenberg
Williams-Sainz rächt sich mit Tagessieg vor Ferrari-Duo

Langsam kommen die Stars bei den windigen Kälte-Tests, gemixt mit etwas Regen, in Bahrain zum Vorschein. Spitzenreiter ist klar der von Ferrari freigestellte Carlos Sainz (30). Der Spanier holte den Tagessieg im Williams, dem WM-Vorletzten 2024.
Publiziert: 17:28 Uhr
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Aktualisiert: 17:37 Uhr
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Tagessieger: Carlos Sainz im Williams.
Foto: Lukas Gorys
Roger Benoit, Bahrain

Zu den für viele Fans freudigen Überraschungen gehören auch Nesthäkchen Kimi Andrea Antonelli (18) im Mercedes und Gabriel Bortoleto (20) im Sauber. Sie heizen ihren erfahrenen Teamkollegen Russell und Hülkenberg schon richtig ein.

Das frische Blut tut gut

Natürlich ist es noch zu früh, eine echte Wertung abzugeben. Doch eines scheint jetzt schon sicher: Es gibt 2025 sicher wieder keine langweilige Saison. Das frische Blut (fünf Rookies) tut dem Zirkus gut.

Und bei McLaren, Ferrari und Mercedes dürfen interessante interne Duelle erwartet werden. Bei Red Bull hat Lawson klar den Auftrag, viele Punkte zusammen und im Notfall für Verstappen einzuspringen.

«Nicht zwei Mittelstürmer»

Chef Christian Horner: «Wir brauchen im Team nicht zwei Mittelstürmer. Diese Rolle ist klar für Max vorgezeichnet und Liam muss im Mittelfeld Impulse nach vorne auslösen. Wir wollen den Team-Titel zurück.» Die Bullen wurde 2024 hinter McLaren und Ferrari nur Dritter.

Bullen endlich ohne Probleme

«Auf welchem Planeten sind wir denn hier gelandet?», lachte Red Bull-Motosport-Direktor Helmut Marko (81) am Morgen. Und meinte damit die erneut unsichere Wetterlage.

Bahrain-Tests, 2. Tag (Endstand)

1. Sainz (Williams) 1:29,348

2. Hamilton (Ferrari) 1:29,379

3. Leclerc (Ferrari) 1:29,431

4. Russell (Mercedes) 1:29,778

5. Antonelli (Mercedes) 1:29,784

6. .Stroll (Aston Martin) 1:30,229

7 Lawson (Red Bull) 1:30,252

8. Doohan (Alpine) 1:30,368

9. Gasly (Alpine) 1:30,430

10. Hadjar (Racing Bulls) 1:30,675

11. Alonso (Aston Martin) 1:30,700

12. Tsunoda (Racing Bulls) 1:30,793

13. Piastri (McLaren) 1:30,821

14. Norris (McLaren) 1:30,882

15. Bortoleto (Sauber) 1:31,057

16. Hülkenberg (Sauber) 1:31,457

17. Ocon (Haas) 1:33,071

18. Bearman (Haas) 1:34,372

1. Sainz (Williams) 1:29,348

2. Hamilton (Ferrari) 1:29,379

3. Leclerc (Ferrari) 1:29,431

4. Russell (Mercedes) 1:29,778

5. Antonelli (Mercedes) 1:29,784

6. .Stroll (Aston Martin) 1:30,229

7 Lawson (Red Bull) 1:30,252

8. Doohan (Alpine) 1:30,368

9. Gasly (Alpine) 1:30,430

10. Hadjar (Racing Bulls) 1:30,675

11. Alonso (Aston Martin) 1:30,700

12. Tsunoda (Racing Bulls) 1:30,793

13. Piastri (McLaren) 1:30,821

14. Norris (McLaren) 1:30,882

15. Bortoleto (Sauber) 1:31,057

16. Hülkenberg (Sauber) 1:31,457

17. Ocon (Haas) 1:33,071

18. Bearman (Haas) 1:34,372

Der Grazer zu Blick «Aber das spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass wir erstmals in der Ära von Verstappen ohne Probleme und Defekte in ein Testprogramm einsteigen konnten. Das war oft mühsam, hat Zeit und Nerven gekostet.»

Das Schlusstrio?

Verstappen überliess den ganzen Tag das Auto dem Neuseeländer Lawson. Bei Williams fuhr Sainz die acht Stunden solo. Dafür werden zum Abschluss am Freitag Verstappen und Albon am Morgen und Nachmittag fahren. Wenn einige Teams scharf auf den Testsieg sind.

Und hinten scheint sich – zwei Wochen vor dem ersten WM-Training in Australien – ein Dreikampf zwischen Haas, Racing Bulls und Sauber abzuzeichnen. Ein Exploit ist aber nicht auszuschliessen.

Bortoleto: «Nervte Mechaniker»

Die grossen Probleme, die bei den Tests ein Team oft stundenlang an den Boxen zurückhielten, haben wir bis jetzt nicht erlebt. Auch nicht bei Sauber, wo Bortoleto auf jedes Detail achtet. «Ich glaube, ich habe meine Mechaniker schon etwas genervt, bis mir das Lenkrad endlich passte.»

Die gute Nachricht für Hinwil überbrachte Red Bull-Chef Christian Horner Blick beim Frühstück: «Ab 1. April darf Jonathan Wheatley für Sauber arbeiten.» Eigentlich wollten die Bullen ihren Sportdirektor nach 18 Jahren erst im Sommer freigeben.

Newey beginnt im März

Das Aero-Genie Adrian Newey, das Red Bull gross machte, darf ab 2. März für Aston Martin-Mercedes arbeiten. Ab 2026, dann mit Honda-Power.

Und Wheatley ist dann der grosse starke Mann an der Rennstrecke, während Mattia Binotto im Hinwiler Hintergrund als CEO die Fäden in den letzten Monaten vor dem Audi-Einstieg zieht. Das Ziel wurde längst fixiert: 2030 Kampf um den Titel.

Pirelli: Nur zwei Regen-Teams

Bei Teststart um 10 Uhr Lokalzeit fielen die ersten Tropfen. Nach 90 Minuten wurde die 5,412 km lange Piste wieder leicht nass – und schon setzte der Motorenlärm aus. In Führung lag Hamilton, der im Ferrari nur 0,072 Sekunden schneller als Sainz war.

Um 11.40 Uhr war es dann so weit: Haas-Pilot Ocon fuhr mit dem grünen Intermediates-Gummi auf die Strecke. Neben dem US-Team hatte im November nur noch Aston Martin auf dem 35-Mischungs-Bestellzettel bei Pirelli bei den Regenreifen ein Kreuzlein gemacht (im BLICK). Der italienische Reifen-Solist hätte für den Notfall für die anderen Teams gar keine weiteren Regenpneus dabei.

Ocon: Drei nasse Runden

Nach drei Runden war die «Regen-Show» des Franzosen vorbei. Nach drei Stunden durchbrach dann Sir Lewis Hamilton («ich fühle mich bei Ferrari von Tag zu Tag wohler») als erste Fahrer die 1:30er-Grenze – 1:29,670. Später gelang dies noch fünf Piloten.

Und am Nachmittag waren bis zur Dunkelheit alle Fahrer auf Longruns (Distanzversuche) unterwegs. Alle mit dem gelben C3, der dritthärtesten Mischung. An den schnellsten Zeiten änderte sich kaum noch was.

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