Jetzt auch noch Steuerbetrug und Geldwäsche?
Das skandalöse Leben des Gérard Depardieu

Der französische Schauspieler Gérard Depardieu steht erneut im Fokus der Justiz. Diesmal wird wegen Steuerbetrugs und Geldwäsche gegen ihn ermittelt. Es könnte der jüngste Skandal in einer langen Reihe von Kontroversen um den 76-Jährigen sein.
Publiziert: 26.02.2025 um 23:53 Uhr
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Für Gérard Depardieu kommt es immer dicker. Neu wird ihm auch Steuerbetrug und Geldwäsche vorgeworfen.
Foto: imago/Belga

Auf einen Blick

  • Gérard Depardieu: Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und Geldwäsche in Frankreich
  • Depardieu verliess Frankreich 2012 wegen geplanter Vermögenssteuer in Richtung Belgien
  • Über 20 Frauen haben Anschuldigungen sexueller Belästigung gegen Depardieu erhoben
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Saskia SchärRedaktorin People

Er feierte mit dem oscarnominierten Film «Cyrano de Bergerac» einen seiner grössten Erfolge, arbeitete mit Superstars wie Catherine Deneuve (81), Robert De Niro (81) oder Donald Sutherland (1935–2024) zusammen und wurde spätestens mit seiner Rolle des Galliers Obelix 1999 weltberühmt: Gérard Depardieu (76). Seit Jahren macht der Franzose nun aber nicht mehr mit seinen Filmen von sich reden, sondern mit unzähligen Negativschlagzeilen.

Neu in die Liste seiner Vergehen gesellt sich der Vorwurf des Steuerbetrugs und der Geldwäsche. Diesbezüglich ermittelt die französische Justiz gegen den Schauspieler, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag mitteilt. Erste Berichte darüber veröffentlichte die französische Zeitung «Médiapart». 

Als Protest gegen die geplante Vermögenssteuer vom damaligen Präsidenten François Hollande (70) verliess Depardieu 2012 Frankreich in Richtung Belgien, drohte gar damit, seinen französischen Pass abzugeben. Ihm wird vorgeworfen, seinen Wohnsitz nur zum Schein nach Belgien verlegt zu haben. Nun werde untersucht, «wie viel Steuern er in Frankreich unterschlagen haben könnte».

Eine lange Skandalliste

Für eine erste Skandalgeschichte sorgte Depardieu, als er dem Magazin «Film Comment» sagte, er sei in seiner Jugend an mehreren Vergewaltigungen beteiligt gewesen. Das Interview erschien 1978, erlangte jedoch erst 1991 grössere Aufmerksamkeit, als sich das «Time»-Magazin der Geschichte erneut annahm und den Schauspieler mit den von ihm getätigten Aussagen konfrontierte. Gemäss dem Magazin bestätigte er dies, erklärte später jedoch, dass es sich dabei um einen Übersetzungsfehler handle und er lediglich bei Vergewaltigungen anwesend gewesen sei, sich jedoch nicht beteiligt hätte.

Das Thema Vergewaltigung beschäftigte ihn spätestens 2018 wieder, als ihm eine solche von der Schauspielerin Charlotte Arnould (29) vorgeworfen wurde. In den nächsten Monaten und Jahren folgten von gut zwanzig weiteren Frauen Anschuldigungen verschiedener Arten sexueller Belästigung. 

Zwei der Frauen haben den Schauspieler wegen sexueller Übergriffe 2021 am Set von Jean Beckers (91) Film «Les volets verts» vor Gericht gezogen. Der Strafprozess hätte im Oktober 2024 stattfinden sollen, wurde jedoch in letzter Minute wegen seines schlechten Gesundheitszustandes auf März dieses Jahres verschoben. Der Schauspieler streitet jegliche Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens ab.

Alkohol-Eskapaden und Putin-Freundschaft?

Dem Alkohol war der aus bettelarmen Verhältnissen stammende Depardieu nie abgeneigt, erklärte er 2014 in einem Interview mit dem Magazin «So Film». Er behauptete einst, auch nach 14 Flaschen Wein nicht betrunken zu sein – dennoch sorgte er mit seinen Ausrastern unter Alkoholeinfluss immer wieder für Schlagzeilen.

In diesem Zusammenhang kam es auch zu einem Vorfall an Bord eines Flugzeugs einer irischen Airline. Kurz vor Abflug sei dem mutmasslich alkoholisierten Schauspieler das Aufsuchen der Toilette untersagt worden, weshalb er sich gemäss Variante eins mitten in der Kabine erleichtert habe, laut Variante zwei einfach zu wenig Treffsicherheit beim Urinieren in eine Flasche zeigte.

Zu Wladimir Putin (72) pflegte Depardieu ein enges Verhältnis – er erhielt vom Präsidenten 2013 höchstpersönlich die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 war dann aber Schluss mit der Putin-Freundschaft. Depardieu bezeichnete die Angriffe auf ukrainische Städte gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP noch im selben Jahr als «verrückte und inakzeptable Exzesse».

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