So tickt Mauro Lustrinelli
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Exklusiver Einblick:So tickt Mauro Lustrinelli

FCZ und Basel als böse Omen
Lustrinelli weg – folgt jetzt der Thun-Absturz?

Der Schweizer Meister muss einen neuen Trainer finden. Mauro Lustrinelli (50) zieht nach dem Sensationstitel weiter nach Berlin. Doch der Tessiner war für den FC Thun viel mehr als Aufsteiger- und Meistercoach. Seine Wurzeln hinterlassen ein grosses Loch.
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Am Montag noch im Blick-Interview – jetzt in Berlin: Mauro Lustrinelli.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • «Meine Söhne fühlen sich als Steffisburger», sagt Lustrinelli
  • Wie er sich mit nächtlichen Touren beliebt machte
  • Warum er auch fussballerisch nicht einfach zu ersetzen ist
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Simon StrimerReporter & Redaktor Sport

Neuland für Mauro Lustrinelli (50) nach der Unterschrift bei Union Berlin. Erstmals wird der Tessiner als Klubtrainer bei einem anderen Verein an der Seitenlinie stehen als beim FC Thun. Erstmals wird er im Ausland coachen. Und vor allem: erstmals weg vom Ort, wo der Tessiner tiefe Wurzeln geschlagen hat.

Seit dem Jahr 2012 lebt Lustrinelli mit seiner Familie und seinen beiden Söhnen in der Region Thun. Nicht nur für die Zeit beim FC Thun ist es der optimale Platz. Vor der Rückkehr zum Klub im Sommer 2022 arbeitete Lustrinelli als Schweizer Nachwuchs-Nationaltrainer beim Verband. Zum Hauptsitz nach Muri bei Bern sind es nur 20 Minuten. «Es ist so, nach meinem Karriereende haben wir hier etwas gesucht. Die Region hat uns unglaublich gefallen. Unsere Söhne sind hier aufgewachsen, sie fühlen sich als Steffisburger», sagte der Trainer letzten Sommer.

«Haben sie mit Union auch eine Meisterprämie ausgehandelt?»
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Lustrinelli muss lächeln:«Haben sie mit Union auch eine Meisterprämie ausgehandelt?»

Nun verlässt Lustrinelli das gemachte Nest. Gleichzeitig verliert Meister Thun einen Trainer, der nicht nur von Identifikation gesprochen, sondern sie auch gelebt hat. «Es ist nicht nur mein erster Klub, es ist mein Klub», betont Lustrinelli Anfang dieser Woche im grossen Meister-Interview mit Blick. Schon da ist aber klar, dass der nächste Schritt in seiner Trainerkarriere kurz bevorsteht.

Autos hupten bei seiner nächtlichen Tour

Obwohl Deutsch nicht seine Muttersprache ist, hat Lustrinelli begonnen, Wörter im Berndeutsch anzunehmen. Sein «wöue» statt «wollen» ist schon fast legendär. Seine Auftritte als DJ nach dem Aufstieg oder bei der Meisterfeier haben eine zusätzliche Verbindung zu den Fans geschaffen. Wie auch die nächtlichen Touren des Meistertrainers nach dem Titelgewinn durch die Stadt. Lustrinelli mischt sich unters Volk, heizt die Party an. Und in der Nacht nach der Pokalübergabe nimmt er den goldenen Meisterkübel mit zum «Fulehung», dem Thuner Wahrzeichen. Autos hupen, als er entdeckt wird.

Meistertrainer Lustrinelli liefert als DJ Lustrigoal ab
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Ziswiler filmt für Blick:Meistertrainer Lustrinelli liefert als DJ Lustrigoal ab

Die Anfänge von Lustrinelli in Thun gehen weit zurück. Zusammen mit Präsident Andres Gerber (53) und Assistenztrainer Nelson Ferreira (43) bestreitet Lustrinelli 2005 als Spieler legendäre Champions-League-Abende. Als die drei im letzten September zu dritt für ein Interview aufkreuzen, um diese Zeiten wieder aufleben zu lassen, necken sie sich wie kleine Buben.

Die Konstellation mit Lustrinelli und Thun war einzigartig. Doch auch aus fussballerischer Sicht wird es für Sportchef Dominik Albrecht (40) zur grossen Herausforderung, einen Lustrinelli-Ersatz zu finden, der den Erfolg der Mannschaft weiterführen kann.

Selbst in Testspielen brüllte Lustrinelli

Über Jahre hat Lustrinelli sein Spielsystem perfektioniert. In der Meistersaison ist er bei einem 4-2-2-2 gelandet. Kennzeichen davon: bissiges Verteidigen, hohe Pressingphasen und konsequentes Nachvornespielen. Kaum etwas hat Lustrinelli in Testspielen mehr verärgert, als wenn ein eigener Spieler den Ball einmal zu oft quer gespielt hat. «Vertikal», brüllte Lustrinelli sofort an der Seitenlinie und verwarf die Hände.

Das Beispiel FCZ zeigt, wie gross die Herausforderung sein kann, wenn der Meistertrainer abspringt. André Breitenreiter (52) führt die Zürcher 2022 zum ersten Meistertitel nach 13 Jahren. Sein Nachfolger Franco Foda (60) ist bereits nach zwei Monaten wieder weg. Die Zürcher beenden die Folgesaison auf Platz 8. Und beim FC Basel, der vor einem Jahr mit Fabio Celestini (50) noch das Double bejubelt hatte, konnte das Ende dieser Saison auch nicht früh genug kommen.

Er blieb vier Jahre – aber dachte stets gross

Was nicht vergessen werden darf: Auch Lustrinelli braucht beim FC Thun nach der Rückkehr im Sommer 2022 Zeit, bis die Rädchen ineinandergreifen. Die erste Saison mit Thun beendet er in der Challenge League auf Rang 6. Er steht in starkem Gegenwind. Ein Jahr später scheitert er in der Barrage – ein herber Rückschlag. Dann erst nimmt das Märchen mit dem Aufstieg und dem direkten Meistertitel seinen Lauf.

Schon nach dem Aufstieg sagt Lustrinelli übrigens: «Die Champions League ist nicht ein Traum, sondern mein Ziel.» Heisst übersetzt: Er will auch als Trainer hoch hinaus. Allerdings Schritt für Schritt. Diese ist er mit dem FC Thun in den letzten vier Jahren aus dem Challenge-League-Mittelfeld zum sensationellen Premieren-Titel gegangen. Der nächste Schritt liegt nun in der Millionenstadt Berlin.

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Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
38
28
75
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
38
25
70
3
FC Lugano
FC Lugano
38
17
67
4
FC Sion
FC Sion
38
23
63
5
FC Basel
FC Basel
38
-3
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
38
11
55
Champions League-Qualifikation
UEFA Europa League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
38
10
53
2
Servette FC
Servette FC
38
8
53
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
38
-14
42
4
FC Zürich
FC Zürich
38
-23
38
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
38
-26
33
6
FC Winterthur
FC Winterthur
38
-56
23
Relegation Play-Offs
Abstieg
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