Tragödie in Nordchina: Mindestens 90 Bergarbeiter haben in der Provinz Shanxi ihr Leben verloren. In der Kohlemine Liushenyu kam es am Freitagabend zu einer Gasexplosion, wie chinesische Medien berichten. Zunächst war von acht Todesfällen die Rede, mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer gemäss der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua auf mindestens 90 gestiegen.
Chinas Staatschef Xi Jinping forderte «alle Anstrengungen» zur Behandlung der Verletzten und verlangte gründliche Untersuchungen des Vorfalls, zitiert ihn die Nachrichtenagentur. Er betonte, dass alle Regionen und Abteilungen Lehren aus diesem Unfall ziehen müssten – etwa in Bezug auf die Sicherheit am Arbeitsplatz und bei der Verhinderung oder Eindämmung schwerwiegender und katastrophaler Unfälle. Zur Unglücksursache gibt es bislang keine gesicherten Informationen.
Neun Menschen weiterhin vermisst
Die Rettungsarbeiten dauern am Samstag noch an, berichtet Xinhua. Laut der Nachrichtenagentur sollen die Kohlenmonoxidwerte in der Mine die Grenzwerte überschritten haben. Einige der eingeschlossenen Bergarbeiter befinden sich demnach in einem «kritischen Zustand».
Insgesamt waren zum Zeitpunkt des Unglücks 247 Bergleute in der Mine, berichtet Xinhua. Die meisten seien bis am Samstagmorgen an die Oberfläche gebracht worden. Neun Menschen würden jedoch noch vermisst, die Suche nach Überlebenden halte weiter an. Die Führungskräfte des für die Mine verantwortlichen Unternehmens wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur mittlerweile festgenommen.
Die Provinz Shanxi gilt als das Zentrum der Kohleförderung in China. Schätzungsweise beträgt das Kohlevorkommen in der Region über 200 bis 260 Milliarden Tonnen – damit ein Drittel der gesamten Vorkommen in China.